Robert Koch-Institut:

Neuartige Affenpolyomaviren weisen auf bisher unbekannte Polyomaviren beim Menschen hin

 

Berlin (21. Juni 2013) – Forscher des Robert Koch-Instituts (RKI) haben in enger Kooperation mit afrikanischen und weiteren internationalen Wissenschaftlern bisher unbekannte Vertreter der Polyomaviren bei Affen entdeckt. Polyomaviren sind kleine, unbehüllte Viren mit einem zirkulären DNA-Genom. Einige stehen im Verdacht, an der Krebsentstehung beteiligt zu sein. Für das Merkel-Zell-Polyomavirus ist bereits nachgewiesen, dass es das Merkel-Zell-Karzinom beim Menschen verursacht.

 

Die neuen Viren fand die Forschergruppe um Bernhard Ehlers und Fabian Leendertz vom RKI bei wildlebenden Schimpansen von der Elfenbeinküste, aus Gabun und Uganda sowie Gorillas aus der Demokratischen Republik Kongo und Kamerun. Weitere wurden bei wildlebenden und in Gefangenschaft gehaltenen Alt- und Neuweltaffen gefunden. Das zeigt, dass die Diversität der Primaten-Polyomaviren erheblich größer ist, als bisher angenommen.

 

Die Forscher des RKI haben sich in einem weiteren Schritt virale Proteine der neuartigen Schimpansen-Polyomaviren zu Nutze gemacht, um nach bisher unbekannten Polyomaviren des Menschen zu suchen. Dafür wurden bestimmte Proteine der Viren (Capsid-Proteine) in Bakterien hergestellt und in einem antikörperbasierten Nachweisverfahren (ELISA) verwendet. Sowohl bei den deutschen als auch bei den afrikanischen Probanden konnten die Virologen Antikörper nachweisen, die mit den Capsid-Proteinen der Schimpansenviren kreuzreagierten. Dies zeigt, dass die Probanden schon einmal Kontakt mit ähnlichen Polyomaviren gehabt haben mussten. Mit verbesserten molekularbiolgischen Nachweismethoden suchen die Forscher zurzeit nach diesen potentiell tumorauslösenden Viren. Hierbei werden sie auch die Frage klären, ob tierische Polyomaviren über den Kontakt mit „bushmeat“ (Wildtiere, inklusive Affen, die gegessen werden) auf den Menschen übertragen werden. Das langfristige Ziel ist, ihre Bedeutung für die menschliche Gesundheit aufzuklären.

 

 

Weitere Informationen

 

 


 

Quelle: Robert Koch-Institut, 21.06.2013 (tB).

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