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Schwangerschaftsvergiftung erkennen und frühzeitig handeln

Test kann weiteren Krankheitsverlauf prognostizieren

 

Berlin (20. Oktober 2011) – Ein Bluttest kann bei Schwangeren mit Präeklampsie erkennen, ob ein hohes Risiko für eine baldige Entbindung besteht. Das berichtet ein Forscherteam der Charité – Universitätsmedizin Berlin im American Journal of Obstetrics & Gynecology*. Der Test wurde in einer Studie gemeinsam mit der Universitätsfrauenklinik Leipzig und fünf weiteren europäischen Studienzentren klinisch erprobt.

 

Präeklampsie, umgangssprachlich auch Schwangerschaftsvergiftung genannt, zählt zu den gefährlichsten Erkrankungen in der Schwangerschaft. Sie äußert sich durch Bluthochdruck, Eiweiß im Urin sowie Wassereinlagerungen im Körper. Im Extremfall gipfeln die Symptome in einem Krampfanfall, der für Mutter und Kind tödlich enden kann. Die in der Plazenta produzierten und im Blut zirkulierenden Proteine, lösliche fms-like Tyrosinkinase 1 (sFlt-1) und plazentärer Wachstumsfaktor (PlGF), spielen eine wichtige Rolle bei der Krankheitsentstehung. Sie können im klinischen Alltag eingesetzt werden, um eine präzise Diagnosestellung der Präeklampsie zu erleichtern.

Das Team um Dr. Stefan Verlohren von der Klinik für Geburtsmedizin untersuchte insgesamt 630 Schwangere. Davon hatten 388 Frauen eine unauffällige Schwangerschaft, 164 waren an Präeklampsie erkrankt. Näher untersucht wurde die verbleibende Schwangerschaftsdauer der Präeklampsie-Patientinnen. Hatten sFIt-1 und PIGF einen bestimmten Wert überschritten, war auch die verbleibende Schwangerschaftsdauer signifikant verkürzt. Besonders hohe Werte fanden sich bei Patientinnen, die im Durchschnitt innerhalb von 48 Stunden entbunden wurden.

„Mit dem Test können wir den Schweregrad einer Präeklampsie besser einschätzen und in bestimmten Fällen eine Kurzzeitprognose über den weiteren Verlauf der Erkrankung geben“, erklärt Dr. Verlohren. In weiteren Studien soll die Aussagekraft des Tests speziell bei Frauen mit einem stark erhöhten Risiko für Präeklampsie untersucht werden.

 

  • * Stefan Verlohren, Ignacio Herraiz, Olav Lapaire, Dietmar Schlembach, et al.: The sFlt-1/PlGF ratio in different types of hypertensive pregnancy disorders and its prognostic potential in preeclamptic patients. In: American Journal of Obstetrics & Gynecology – 01 August 2011.
    DOI: 10.1016/j.ajog.2011.07.037

 

 


Quelle: Klinik für Geburtsmedizin, Campus Virchow-Klinikum, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 20.10.2011 (tB).

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