MEDIZIN

DOC-CHECK LOGIN

Stressfreie Magen- und Darmspiegelung

Weltweit größte Studie zur Sedierung zeigt: Der Dämmerschlaf ist sicher

 

Leipzig (16.  September 2014) – Magen- und Darmspiegelungen gehören zu den wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen. Aber auch zu den gefürchtetsten. Dabei ist das Unbehagen der Patienten meist unbegründet: Denn die Untersuchungen können heutzutage dank Sedierung für den Patienten völlig stress- und schmerzfrei durchgeführt werden. Auch die Sedierung selbst, also der durch Medikamente herbeigeführte Dämmerschlaf, verläuft fast immer komplikationsfrei. Wie die bislang größte prospektive Studie zu Komplikationen bei Sedierungen jetzt ergab, kommt es nur bei einer von 10 000 Sedierungen zu schwerwiegenderen Problemen. Für die Studie haben Gastroenterologen bislang mehr als 350 000 Eingriffe in 40 deutschen Kliniken ausgewertet. Auf der Tagung Viszeralmedizin 2014 in Leipzig stellen sie die Studienergebnisse erstmals vor. 


Untersuchungen mit dem Endoskop sind bei der Abklärung von Beschwerden, aber auch in der Krebsvorsorge sehr wichtig: Bei der Koloskopie etwa, der Darmspiegelung, erkennt der Arzt Vorstufen von Darmkrebs und kann diese, anders als bei vielen anderen Vorsorgeuntersuchungen, auch sofort entfernen. „Dank moderner Sedierungsverfahren bekommen Patienten von der Untersuchung gar nichts mit und behalten sie auch nicht unangenehm in Erinnerung“, sagt Professor Dr. med. Ralf Kiesslich, Direktor der Medizinischen Klinik des St. Marienkrankenhaus Frankfurt am Main und Vorsitzender der Sektion Endoskopie der DGVS.

 

Wie jede Verabreichung von Medikamenten ist jedoch auch eine Sedierung mit gewissen Risiken verbunden. Bei einer Sedierung wird die Atmung reduziert. In Ausnahmefällen oder bei einer Überdosierung kann es zu einem Atemstillstand kommen. „Verschiedene Studien haben zwar immer wieder gezeigt, dass dieses Risiko extrem gering ist – die Anzahl der ausgewerteten Sedierungen war in vielen Untersuchungen aber so gering, dass die Aussagekraft begrenzt war“, erklärt Dr. med. Angelika Behrens, Oberärztin der Gastroenterologie am Vivantes Klinikum Friedrichshain Berlin. Gemeinsam mit Professor Dr. med. Christian Ell vom Sana Klinikum Offenbach und in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft der leitenden gastroenterologischen Krankenhausärzte (ALGK) hat sie deshalb die bislang größte prospektive Studie sedierungsassoziierter Komplikationen in der Endoskopie initiiert. Seit 2009 werteten die Wissenschaftler mehr als 350 000 Sedierungen aus, die in 40 deutschen Kliniken vorgenommen wurden.

 

Es zeigte sich: Nur bei 32 Eingriffen, in weniger als 0,01 Prozent der Fälle, traten schwerwiegende Komplikationen auf. Betroffen waren überwiegend Patienten mit einer oder mehreren schweren Vorerkrankungen oder solche, die notfallmäßig untersucht werden mussten. „Das Risiko für einen gesunden Menschen bei einer Vorsorgeuntersuchung eine schwere Komplikation zu erleiden, geht gegen Null“, betont Behrens.

 

Um eine hundertprozentige Dateneingabe zu gewährleisten, erfolgte die Erfassung der Daten über ein elektronisches Dokumentationssystem, das bei jeder durchgeführten Endoskopie vollständig vom behandelnden Arzt ausgefüllt werden muss.

 

Die Ergebnisse der ProSed-2-Studie werden erstmals auf der Viszeralmedizin 2014, der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und ihrer Sektion Endoskopie und der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) vorgestellt. Sie sind außerdem Thema der Kongress-Pressekonferenz, die am 18. September von 12.30 bis 13.30 Uhr stattfindet.

Werbung

 

 

 

Viszeralmedizin 2014

 

17. bis 20. September 2014, CCL Leipzig

 

 

 


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV), 16.09.2014 (tB).

MEDICAL NEWS

COVID-19 pandemic sees increased consults for alcohol-related GI and liver…
The eyes offer a window into Alzheimer’s disease
Ventilating the rectum to support respiration
Screening for ovarian cancer did not reduce deaths
Fatigue, mood disorders associated with post-COVID-19 syndrome

SCHMERZ PAINCARE

Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern
Wenn Schmerzen nach einer OP chronisch werden
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE: Schmerzmediziner, Politiker und…
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE: COVID-19-Pandemie belastet Schmerzpatienten…

DIABETES

Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf
Risikofaktoren für einen schweren COVID-19-Verlauf bei Menschen mit Diabetes
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ meldet…

ERNÄHRUNG

DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…

ONKOLOGIE

Krebs – eine unterschätzte finanzielle Herausforderung
Cannabidiol gegen Hirntumore
Assistierte Selbsttötung bei Krebspatienten: Regelungsbedarf und Ermessensspielraum
Leberkrebs: Bei welchen Patienten wirkt die Immuntherapie?
Konferenzbericht vom virtuellen Münchener Fachpresse-Workshop Supportive Therapie in der Onkologie

MULTIPLE SKLEROSE

Neue S2k-Leitlinie für Diagnostik und Therapie der Multiplen Sklerose
Krankheitsbezogenes Kompetenznetz Multiple Sklerose: Stellungnahme zu SARS CoV 2 Impfdaten…
Schwangere mit MS: Schadet Schubbehandlung dem Ungeborenen?
Multiple Sklerose: Ein Sprung sagt mehr, als viele Kreuzchen auf…
Multiple Sklerose: Salzkonsum reguliert Autoimmunerkrankung

PARKINSON

Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung
Neuer Bewegungsratgeber unterstützt Menschen mit M. Parkinson durch Yoga
Covid-19-Prävention: besondere Vorsicht bei Patienten mit der Parkinson-Krankheit