33. Deutscher Krebskongress (DKK)

Tecentriq und Alecensa: Neue Perspektiven in der Behandlung des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms

Berlin (23. Februar 2018) – Das Therapiespektrum beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) hat sich durch die Zulassung moderner Therapien in der jüngsten Vergangenheit entscheidend erweitert. Beispielhaft für diesen Fortschritt stehen der niedermolekulare Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) Alecensa® (Alectinib) und der PD-L1-Inhibitor Tecentriq® (Atezolizumab).1,2 Beide Substanzen bieten den Patienten die Chance auf eine signifikant verbesserte Prognose.3,4 Im Rahmen eines Symposiums der Roche Pharma AG auf dem diesjährigen Deutschen Krebskongress (DKK) wurden die zulassungsrelevanten Daten sowie mögliche künftige Behandlungsstrategien beim fortgeschrittenen NSCLC diskutiert.

Alecensa wurde im Frühjahr 2017 zunächst für Patienten mit fortgeschrittenem ALK-positivem NSCLC nach Crizotinib-Vortherapie zugelassen – bereits wenige Monate später, im Dezember 2017, folgte die Zulassung für die First-Line-Therapie.1 Ausschlaggebend für die Zulassungserweiterung waren die Resultate der Phase-III-Studie ALEX, in der sich Alecensa im direkten Vergleich mit Crizotinib als signifikant überlegen erwies. So verlängerte Alecensa in der Analyse eines unabhängigen Prüfkomitees (IRC) das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) gegenüber Crizotinib um mehr als das Doppelte auf über zwei Jahre (25,7 vs. 10,4 Monate), unabhängig von einer Metastasierung im ZNS. Das entspricht einer signifikanten Reduktion des Risikos für Krankheitsprogression oder Tod um 50 % (HR: 0,50; p < 0,0001). Zudem konnte ein überlegener Schutz gegen die Entstehung neuer Hirnmetastasen sowie eine deutlich bessere Wirksamkeit bei bestehenden ZNS-Metastasen gezeigt werden: Das Risiko für die Entstehung und das Fortschreiten von Hirnmetastasen war unter Alecensa im Vergleich zu Crizotinib signifikant um 84 % reduziert (HR: 0,16; p < 0,0001). Die Daten der ALEX-Studie belegen darüber hinaus die gute Verträglichkeit von Alecensa: Schwere unerwünschte Ereignisse traten unter Alecensa trotz deutlich längerer Behandlungsdauer seltener auf als unter Crizotinib (Grad 3-5: 41 % vs. 50 %).3

„Die Daten sprechen für sich“, so Prof. Jürgen Wolf, Köln. „Mit Alecensa haben wir einen neuen Standard für die First-Line-Therapie des fortgeschrittenen ALK-positiven NSCLC.“

Tecentriq: 15,6 Monate – signifikanter Überlebensvorteil beim vorbehandelten Nicht-Plattenepithelkarzinom

Die Chance auf ein signifikant verlängertes Überleben bietet bereits vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC das Krebsimmuntherapeutikum Tecentriq. So verlängerte der seit September 2017 zugelassene PD-L1-Inhibitor in der Phase-III-Studie OAK das mediane Gesamtüberleben (OS) gegenüber Docetaxel signifikant um 4,2 Monate (13,8 vs. 9,6 Monate; HR: 0,73; p = 0,0003).4 In der Subgruppe der Patienten mit Nicht-Plattenepithelkarzinom lag das mediane OS unter Tecentriq mit 15,6 Monaten sogar noch höher (vs. 11,2 Monate unter Docetaxel; HR: 0,73; p = 0,0015).4

„Der Überlebensvorteil unter Tecentriq bestätigte sich unabhängig vom PD-L1-Status der Patienten“, betonte Prof. Frank Griesinger, Oldenburg. „Auch Patienten mit nur geringer PD-L1-Expression profitieren von der Behandlung mit dem PD-L1-Inhibitor.“

Neben der signifikant höheren Wirksamkeit profitieren die Patienten von der guten Verträglichkeit der Krebsimmuntherapie: Im Vergleich zur Chemotherapie war die Rate an behandlungsbedingten schweren unerwünschten Ereignissen unter Tecentriq mehr als halbiert (Grad 3/4: 15 % vs. 43 %).4

Tecentriq als Kombinationspartner zukünftiger Behandlungskonzepte

Aufgrund der guten Verträglichkeit wird Tecentriq aktuell in zahlreichen Studien als Kombinationspartner für Chemotherapien, zielgerichteten Substanzen und anderen Krebsimmuntherapien untersucht. So unter anderem auch beim NSCLC in Kombination mit dem VEGF-Antikörper Avastin® (Bevacizumab).

Hintergrund: Während Avastin durch Normalisierung der Vaskularität die Infiltration von Immunzellen fördert, reaktiviert der PD-L1-Inhibitor Tecentriq die T-Zell-vermittelte Immunantwort gegen den Tumor.5,6

Erste Resultate der Phase-III-Studie IMpower150 bestätigen die Wirksamkeit dieser Strategie: So reduzierte die First-Line-Kombination aus Tecentriq/Avastin plus Chemotherapie (Carboplatin/Paclitaxel) das Progressionsrisiko von Patienten mit fortgeschrittenem nicht-plattenepithelialem NSCLC gegenüber Avastin plus Carboplatin/Paclitaxel signifikant um 38 % (PFS: 8,3 vs. 6,8 Monate; HR: 0,62; p < 0,0001). Der Vorteil im progressionsfreien Überleben zeigte sich in allen untersuchten Subgruppen, einschließlich Patienten ohne PD-L1-Expression, Patienten mit Lebermetastasen sowie jenen mit EGFR- und ALK-Mutationen. Reife Daten zum Gesamtüberleben werden voraussichtlich noch in diesem Jahr veröffentlicht – die bisherigen Daten weisen jedoch bereits auf ein reduziertes Mortalitätsrisiko unter Tecentriq/Avastin plus Chemotherapie hin (HR: 0,78).7

„Die Daten sind ein vielversprechendes Signal für die künftige Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC“, so das Fazit von Prof. Thomas Wehler, München. „Und die Daten zeigen uns, dass wir das Potential der Krebsimmuntherapien noch lange nicht erschöpft haben – kluge Kombinationen werden dazu beitragen, dass in Zukunft möglicherweise Patienten noch mehr von dieser Strategie profitieren werden.“

Referenzen

  1. Fachinformation Alecensa®, Stand: Dezember 2017
  2. Fachinformation Tecentriq®, Stand: November 2017
  3. Peters S et al., N Engl J Med 2017; 377: 829-38
  4. Rittmeyer A et al., Lancet 2017; 389 (10066): 255-65
  5. Atkins MB et al., ASCO 2017 (Oral Abstract Session); Abstract 4505
  6. McDermott DF et al., J Clin Oncol 2016; 34 (8); 833-42
  7. Reck M et al., ESMO IO 2017; Abstract LBA_PR1


Roche weltweit

Roche ist ein globales Unternehmen mit Vorreiterrolle in der Erforschung und Entwicklung von Medikamenten und Diagnostika und ist darauf fokussiert, Menschen durch wissenschaftlichen Fortschritt ein besseres, längeres Leben zu ermöglichen. Dank der Kombination von Pharma und Diagnostika unter einem Dach ist Roche führend in der personalisierten Medizin – einer Strategie mit dem Ziel, jeder Patientin und jedem Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen.

Roche ist das größte Biotech-Unternehmen weltweit mit differenzierten Medikamenten für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche ist auch der bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostika und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement.

Seit der Gründung im Jahr 1896 erforscht Roche bessere Wege, um Krankheiten zu verhindern, zu erkennen und zu behandeln, und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung. Zum Ziel des Unternehmens gehört es, durch Kooperationen mit allen relevanten Partnern den Zugang von Patientinnen und Patienten zu medizinischen Innovationen zu verbessern. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen heute 30 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Krebsmedikamente. Ausgezeichnet wurde Roche zudem bereits das achte Jahr in Folge als das nachhaltigste Unternehmen innerhalb der Pharma-, Biotechnologie- und Life-Sciences-Branche im Dow Jones Sustainability Index.

Die Roche-Gruppe mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist in über 100 Ländern tätig und beschäftigte 2016 weltweit über 94.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2016 investierte Roche CHF 9,9 Milliarden in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von CHF 50,6 Milliarden. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan.

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

Roche in Deutschland

Roche beschäftigt in Deutschland rund 15.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Pharma und Diagnostik. Das Unternehmen ist an den drei Standorten in Grenzach-Wyhlen (Roche Pharma AG), Mannheim (Roche Diagnostics GmbH, Roche Diabetes Care GmbH sowie Roche Diagnostics Deutschland GmbH und Roche Diabetes Care Deutschland GmbH) und Penzberg (Biotechnologie-Kompetenzzentrum, Roche Diagnostics GmbH) vertreten. Die Schwerpunkte erstrecken sich über die gesamte Wertschöpfungskette der beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics: von Forschung und Entwicklung über Produktion, Logistik bis hin zu Marketing und Vertrieb, wobei jeder Standort neben dem Deutschland-Geschäft auch globale Aufgaben wahrnimmt. Roche bekennt sich klar zu den deutschen Standorten und hat in den letzten fünf Jahren in diese rund 2 Milliarden Euro investiert.

  • Weitere Informationen zu Roche in Deutschland finden Sie unter www.roche.de
     

Roche Pharma AG

Die Roche Pharma AG im südbadischen Grenzach-Wyhlen verantwortet mit rund 1.400 hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das deutsche Pharmageschäft. Dazu gehören Marketing und Vertrieb von Roche Medikamenten in Deutschland sowie der Austausch mit Wissenschaftlern, Forschern und Ärzten in Praxen und Krankenhäusern. Im Bereich der klinischen Forschung koordiniert der Standort alle zulassungsrelevanten Studien für Deutschland sowie Studien für bereits auf dem Markt befindliche Produkte. Für den europäischen Raum erfolgen in Grenzach-Wyhlen zudem zentrale Elemente der technischen Qualitätssicherung.


Quelle: Roche Pharma, 23.02.2018 (tB).

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