Uni-Forscher suchen nach Therapien gegen Erblindung und Sehkraftverlust

 

Regensburg (14. Juli 2008) – Etwa 17.000 Patienten erblinden in Deutschland jedes Jahr, nahezu 50.000 leiden unter dem teilweisen Verlust ihrer Sehkraft. Forscher der Universität Regensburg haben sich zum Ziel gesetzt, die molekularen Ursachen zu erforschen, die zum Verlust der Sehfunktion führen. Die Deutsche Forschungs-gemeinschaft (DFG) hat Anfang Juli für dieses Projekt umfangreiche Fördergelder und Stellen für eine Forschergruppe zum Thema "Regulation und Pathologie von homöostatischen Prozessen der visuellen Funktion" bewilligt. Finanziell unterstützt die DFG die Universität Regensburg mit ca. 3,1 Millionen Euro für den Zeitraum von zunächst drei Jahren.

 

Ansatzpunkt für die Untersuchungen ist die Beobachtung, dass es bei den am häufigsten zur Erblindung führenden Krankheiten zum Untergang von Nervenzellen in der Netzhaut des Auges kommt. Dieser Zelltod wird vor allem ausgelöst durch das zunehmende Versagen von Hilfssystemen, wie der Durchblutung, dem Augeninnendruck und dem Immunsystem. Diese Systeme halten normalerweise den komplexen Stoffwechsel von Nervenzellen der Netzhaut am Laufen und verhindern so das Absterben von Zellen. Die Forschergruppe "Auge" untersucht diese Systeme in einem fachübergreifenden Ansatz, um neue Therapiekonzepte für Netzhauterkrankungen zu erarbeiten.


Prognose: Zahl der Sehbehinderten steigt weiter an

Das Auge ist das wichtigste Sinnesorgan des Menschen. Daher sind Sehbehinderung und Erblindung schicksalhafte Erkrankungen, die für den Betroffenen zu einer massiven Einschränkung der Selbständigkeit, der Lebensplanung und zu einem hochgradigen Verlust an Lebensqualität führen. In Deutschland erblinden jedes Jahr etwa 17.000 Patienten vollständig, während zusätzlich nahezu 50.000 Patienten eine beträchtliche Verminderung der Sehkraft erleiden, die unter anderem auch zu Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit führt. Die häufigsten Krankheitsbilder sind die altersabhängige Makuladegeneration, das Glaukom (grüner Star), die durch die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus hervorgerufene Erkrankung der Netzhaut (diabetische Retinopathie), sowie die Gruppe der vererbten Netzhautdegenerationen. Da die drei erstgenannten Erkrankungen mit zunehmendem Alter stark gehäuft auftreten, ist in der Gruppe der 80- bis 90-Jährigen 1 von 70 Personen, bei den über 90-jährigen sogar 1 von 30 Personen von einer schweren Sehbehinderung betroffen. Aufgrund einer weiter steigenden Lebenserwartung ist davon auszugehen, dass in den nächsten Jahren die Zahl der Sehbehinderten und Blinden in Deutschland dramatisch zunehmen wird.


Quelle: Presseinformation der Universität Regensburg vom 14. Juli 2008 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung