Vemurafenib (Zelboraf®)

Weiterentwicklung in der Therapie des BRAF-positiven fortgeschrittenen Melanoms

 

Hamburg (26. August 2015) – Vemurafenib (Zelboraf®) gilt als Meilenstein in der Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem BRAFV600-Mutation-positivem Melanom. Doch zusätzliche Therapiestrategien sind nötig, um die Prognose bei dieser schwerwiegenden Erkrankung weiter zu verbessern. Aktuelle Studiendaten zeigen, dass die Gabe des MEK-Inhibitors Cobimetinib zusätzlich zum BRAF-Inhibitor Vemurafenib das progressionsfreie Überleben gegenüber der Vemurafenib-Monotherapie um mehr als fünf Monate verlängert1. Die Daten unterstreichen die zukünftige Bedeutung der Kombinationstherapie beim fortgeschrittenen Melanom, so das Fazit eines Pressegespräches der Roche Pharma AG in Hamburg.


Mit der Zulassung von Vemurafenib 2012 gelang nach rund dreißig Jahren ohne relevante therapeutische Neuerungen beim fortgeschrittenen Melanom ein entscheidender Durchbruch. Patienten mit BRAFV600-Mutation-positivem malignem Melanom bietet der BRAF-Inhibitor die Aussicht auf ein signifikant verlängertes Gesamtüberleben2. Seit seiner Zulassung wurden bereits über 28.000 Patienten mit Vemurafenib behandelt3. „Dennoch ist das fortgeschrittene maligne Melanom ein nach wie vor schwer zu kontrollierender Tumor, der uns in der Praxis immer wieder vor neue Herausforderungen stellt“, gibt Privatdozent Dr. Patrick Terheyden, Lübeck, zu bedenken. Eine neue wirksame Behandlungsstrategie könnte die Kombinationstherapie Cobimetinib plus Vemurafenib darstellen. Bei diesem dualen Ansatz kommen synergistische Wirkeffekte zum Tragen: Während Vemurafenib an das BRAFV600-Protein bindet, inhibiert Cobimetinib das im MAPK-Signalweg nachgeordnete Zellprotein MEK.
„Damit wird eine umfassende Blockade des MAPK-Signalwegs erreicht, was die Hemmung des Tumorwachstums verstärkt“, so Professor Dr. Ralf Gutzmer, Hannover.

 

 

Zulassungsrelevante Studie coBRIM zeigt gute Ergebnisse

 

Dass die Strategie des dualen Wirkansatzes klinisch wirksam ist, belegen die Ergebnisse der Studie coBRIM1. In der internationalen, randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Phase-III-Studie erhielten 495 therapienaive Patienten mit BRAFV600-Mutation-positivem fortgeschrittenem Melanom entweder Cobimetinib plus Vemurafenib oder Vemurafenib alleine. Eine Auswertung, die erstmals im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO 2015) in Chicago/Illinois, USA, vorgestellt wurde, zeigt: Das progressionsfreie Überleben (PFS) lag bei Patienten, die in der Studie mit der Kombinationstherapie behandelt worden waren, im Median bei 12,3 Monaten. Es war damit signifikant länger als unter der Monotherapie mit Vemurafenib (medianes PFS: 7,2 Monate; HR: 0,58, 95 %-KI: 0,46 – 0,72). „Die progressionsfreie Überlebenszeit von über einem Jahr ist die längste, die wir bisher bei diesem Patientenkollektiv erreicht haben“, hob Gutzmer in Hamburg hervor.

 

 

Update zu Studie BRIM-7

 

Die ebenfalls beim diesjährigen ASCO vorgestellten Ergebnisse eines Updates der Phase-1b-Studie BRIM-7 bestätigen die klinische Wirksamkeit des MEK-Inhibitors Cobimetinib und dessen günstiges Sicherheitsprofil4. In der Studie wurden 129 Patienten mit BRAFV600-Mutation-positivem fortgeschrittenem Melanom mit der Kombinationstherapie Cobimetinib/Vemurafenib behandelt. Die Patienten wurden danach differenziert, ob bereits eine Vorbehandlung mit einem BRAF-Inhibitor erfolgt war oder nicht. „Eindeutige Vorteile zeigten sich in der Auswertung der Daten bei BRAF-Inhibitor-naiven Patienten“, fasste Gutzmer die Ergebnisse zusammen. Nach zwei Jahren waren 61 % dieser Patienten noch am Leben, die mediane Überlebensdauer betrug 28,5 Monate. Die Studie bestätigt zudem das günstige Sicherheitsprofil der Kombinationstherapie. Demnach ist als häufigste Nebenwirkung mit dem Auftreten von Diarrhö, Übelkeit und Hautausschlag zu rechnen. „Die Begleitreaktionen waren jedoch in aller Regel gut handhabbar“, betonte Terheyden.

 

 

Zulassung für Kombinationstherapie Cobimetinib/Vemurafenib erwartet

 

Aufgrund der überzeugenden Studienergebnisse stellte die Roche Pharma AG bereits den Zulassungsantrag für die Kombinationstherapie Cobimetinib/Vemurafenib bei der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA). Die Zulassung wird noch in diesem Jahr erwartet. „Die vorliegenden Daten stimmen uns positiv, dass sich die Prognose der Patienten mit fortgeschrittenem BRAFV600-Mutation-positiven Melanom mit der Option der Kombinationstherapie künftig weiter verbessern wird“, so das Resümee von Terheyden.

 

 

Literaturverweise 

  1. Larkin J et al., J Clin Oncol 2015; 33 (suppl; Abstract #9006)
  2. Chapman PB et al., J Clin Oncol 2012; 30 (suppl; Abstract #8502)
  3. PSUR (PBRER) vemurafenib. F. Hoffmann-La Roche Ltd; 13.10.2014
  4. Pavlick AC et al., J Clin Oncol 2015; 33 (suppl; Abstract #9020)

 

 

Über Roche

 

Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist eines der führenden Unternehmen im forschungsorientierten Gesundheitswesen. Es vereint die Stärken der beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics und entwickelt als weltweit größtes Biotech-Unternehmen differenzierte Medikamente für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Neurowissenschaften. Roche ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von Produkten der In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind Ziel der Personalisierten Medizin, eines zentralen strategischen Ansatzes von Roche. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1896 hat Roche über einen Zeitraum von mehr als hundert Jahren wichtige Beiträge zur Gesundheit in der Welt geleistet. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen 28 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Chemotherapeutika.

 

Die Roche-Gruppe beschäftigte 2014 weltweit über 88 500 Mitarbeitende, investierte 8,9 Milliarden Schweizer Franken in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von 47,5 Milliarden Schweizer Franken. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan.

 

 

 

Roche Pharma AG, Deutschland

 

Die Roche Pharma AG in Grenzach-Wyhlen beschäftigt über 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Von hier aus werden alle zulassungsrelevanten Studien für Deutschland koordiniert. Darüber hinaus werden auch Studien für bereits auf dem Markt befindliche Produkte durchgeführt. Von Grenzach-Wyhlen aus erfolgen zudem zentrale Elemente der technischen Qualitätssicherung für den gesamten europäischen Raum. Außerdem ist die Roche Pharma AG für das Marketing und den Vertrieb verschreibungspflichtiger Arzneimittel auf dem gesamten deutschen Markt zuständig.

 

  • Weitere Informationen zur Roche Pharma AG finden Sie unter www.roche.de

 

 

 

Eindeutige Kennzeichnung von biologischen Arzneimitteln in der medizinischen Kommunikation

 

Für die Patientensicherheit ist es wichtig, biologische Arzneimittel durch ihren Handelsnamen klar zu kennzeichnen. Nur so kann gewährleistet werden, dass mögliche Nebenwirkungen eindeutig einem bestimmten Produkt zugeordnet und zurückverfolgt werden können. Analog europäischer behördlicher Vorgaben für die Dokumentation des Handelsnamens in der Patientenakte nennt Roche in Publikationen, Texten und Presseinformationen deshalb neben dem internationalen Freinamen auch den Handelsnamen.

 

 


Quelle: Roche Pharma, 26.08.2015 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung