Versorgungsprojekt Schizophrenie

Positive Zwischenbilanz

 

Hannover/Neuss (23. August 2012) – Rund 500 Patienten profitieren in Niedersachsen mittlerweile von einer am individuellen Behandlungsbedarf ausgerichteten Versorgung im Rahmen der Integrierten Versorgung Schizophrenie (IVS). Dieses Fazit zog Frank Preugschat, Unternehmensbereichsleiter Versorgungsmanagement bei der AOK Niedersachsen, nach Abschluss der Pilotphase des neuartigen Versorgungsansatzes. Das  Projekt  trägt dazu bei, die ambulante Behandlung weiter zu verbessern und die in der Klinik erzielten Behandlungserfolge nachhaltig zu sichern. 

 

Dies geschieht über ein landesweites integriertes und sektorenübergreifendes Versorgungsmanagement. „Patienten mit Schizophrenie werden in ihrem gewohnten Lebensumfeld dabei unterstützt, ihre Erkrankung zu meistern und ein möglichst normales Leben integriert in ihrem sozialen Umfeld zu führen“, erklärt Preugschat. Die Behandlung orientiert sich am konkreten, individuellen Bedarf des Patienten und den aktuellen wissenschaftlichen Leitlinien. Vertragspartner sind die AOK Niedersachsen und das Institut für Innovation und Integration im Gesundheitswesen (I3G) GmbH. Um die Unterstützung der Netzwerke der an der Versorgung Beteiligten vor Ort kümmert sich deren Tochtergesellschaft Care4S GmbH.

 

„Seit dem Start der Initiative im Herbst 2010 haben wir das Modell erfolgreich in verschiedenen Pilotregionen getestet“, so Preugschat „Die ersten Ergebnisse zeigen, dass die Patienten deutlich von der stärkeren Vernetzung der an der Versorgung Beteiligten profitieren.“ Marlis Richter, Geschäftsführerin der I3G, ergänzt: „Einzig und allein der Arzt hat die Therapiehoheit und trifft die entsprechenden Entscheidungen in Abstimmung mit seinen Patienten.“

 

Nach ersten Analysen und Rückmeldungen von Ärzten, Pflegediensten und Patienten sowie dem Beirat aus externen Experten haben die Initiatoren eine neu strukturierte Care4S GmbH beauftragt, die  praktische Durchführung der IVS in Niedersachsen vorzunehmen. Das Engagement des Gesellschafters der in der Pilotphase operativ tätigen Care4S, Turgot Ventures, war Ende März ausgelaufen. Inzwischen wurde die Struktur der Care4S durch acht regionale IV-Koordinatoren erweitert, um die Zusammenarbeit mit den vorhandenen Strukturen in Niedersachsen zu intensivieren.  „Wir sind davon überzeugt, dass wir mit der neuen Struktur auf einem sehr guten Weg sind.  Auch weiterhin führen  wir einen intensiven Dialog mit allen Partnern, um die IVS ständig weiter zu entwickeln“, erläutert Preugschat. Bereits im April wurde das Startsignal für die Landkreise Diepholz, Verden, Northeim, Göttingen und Osterode gegeben. Im Juli folgten  der Landkreis und die Stadt Osnabrück, der Landkreis Vechta, die Region Hannover, Braunschweig, Salzgitter, Wolfenbüttel, Schaumburg, Cloppenburg und Osterholz-Scharmbeck. Geplant ist, dass bis Ende des Jahres alle Regionen Niedersachsens flächendeckend am Netz sind.

 

Der erste Qualitätsbericht zur Initiative wird im Herbst diesen Jahres vorliegen. Die Ergebnisse der externen wissenschaftlichen Evaluation durch die Universitäten Duisburg-Essen (Professor Wasem) und Göttingen (Professor Falkai) werden Ende 2013 erwartet.

 

 


Quelle: Institut für Innovation und Integration im Gesundheitswesen (I3G) GmbH, 23.08.2012 (tB).

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