Wie die Heilung von Schnarchen das Herzinfarktrisiko vermindern kann

 

Berlin (11. August 2011) – Forscher der University of Sydney haben herausgefunden, dass erfolgreich behandelte Schlafapnoe-Patienten niedrigere Blutfettwerte und ein geringeres Herzinfarktrisiko aufweisen, als Menschen, die sich nicht behandeln lassen.

 

Bis zu 20 Prozent der Erwachsenen leiden an Schlafapnoe, einer Krankheit, bei der die Atmung während des Schlafs kurzzeitig aussetzt. Im Rahmen einer Studie, die am NHMRC Centre for Integrated Research and Understanding of Sleep (CIRUS) der University of Sydney durchgeführt und Anfang August 2011 in der Zeitschrift „American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine“ veröffentlicht wurde, fand das Forschungsteam heraus, dass die Blutfettwerte (Triglyceride) durch eine Behandlung mit Überdruckmasken (CPAP) nach Mahlzeiten gesenkt werden können.

24 Stunden lang beobachteten die Wissenschaftler die Blutfettwerte von 38 Schlafapnoe-Patienten, nachdem diese reguläre Mahlzeiten zu sich genommen hatten. Der Zustand der Patienten wurde zwei Monate vor und zwei Monate nach der Behandlung mit Überdruckmasken sowie nach einer zweimonatigen Behandlung mit einer Placebo-Maske dokumentiert.

„Wir wissen, dass die Blutfettwerte nach Mahlzeiten entscheidende Indikatoren für spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind. Unsere Studie liefert eine mögliche Antwort auf die Frage, warum Schlafapnoe-Patienten einem höheren Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko ausgesetzt sind“, sagte der Hauptautor des Artikels, Dr. Craig Phillips, der eng mit CIRUS und dem Royal North Shore Hospital zusammenarbeitet. Obwohl die Forschungsergebnisse im Rahmen weiterer Untersuchungen überprüft werden müssen, gehen wir davon aus, dass die durch Überdruckmasken hervorgerufene Verbesserung der Blutfettwerte bei den Patienten auch zu einer Verringerung des Herzinfarktrisikos um bis zu 25 Prozent führen könnte, so Dr. Phillips.

Professor Ron Grunstein von CIRUS teilte außerdem mit: „Ein weiterer interessanter Aspekt der Studie ist, dass die Blutfettwerte nachts im Schlaf besonders hoch waren – und das fast sieben Stunden nach dem Abendessen. Es könnte also etwas geben, dass sich auf unsere innere Uhr auswirkt und die Blutfettwerte zu diesen Zeiten in die Höhe treibt. Ist dies der Fall, so könnte die Tatsache, dass Nachtschichtarbeiter häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, darauf zurückzuführen sein, dass sie zu Zeiten fettreich essen, in denen unser Körper die Blutfettwerte nicht richtig kontrollieren kann.“

Die Wissenschaftler gehen dieser Frage derzeit nach und machen sich dabei die Spezialeinrichtungen des Woolcock Institute der University of Sydney zunutze, die Nachtschichtbedingungen simulieren sollen.

Die aktuelle Studie wurde von den CIRUS Forschern der Royal North Shore und der Royal Prince Alfred Hospitals sowie dem Woolcock Institute of Medical Research der University of Sydney durchgeführt.

 

 


Quelle: Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund, 11.08.2011 (tB)

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung