Zahl der Krebspatienten verdoppelt sich

29. Deutscher Krebskongress: Verbesserte Überlebensaussichten und steigende Neuerkrankung erfordern Schulterschluss der Gesellschaft

 

Berlin (23. Februar 2010) – Seit 1990 ist die Zahl der jährlichen Krebsneuerkrankungen um fast 30 % angestiegen (Männer: +45 %, Frauen +14 %), so dass inzwischen jährlich 450.000 Menschen neu an Krebs in Deutschland erkranken. Dies teilt das Robert-Koch-Institut zum Auftakt des 29. Deutschen Krebskongresses in einer aktuellen Schätzung mit. Der Grund für die Zunahme läge vor allem in der demographischen Entwicklung mit immer mehr älteren Menschen. So sei gegenüber dem Jahr 2006 für das Jahr 2010 alleine aufgrund demografischer Einflüsse von einer Zunahme um 17.000 jährliche Neuerkrankungen bei den Männern und 6.400 bei den Frauen auszugehen.

 

„Noch deutlicher angestiegen ist im gleichen Zeitraum aufgrund der verbesserten Überlebensaussichten für viele Krebserkrankungen die Zahl der Menschen, die mit einer Krebserkrankung leben (Prävalenz), hier hat sich die Zahl der betroffenen Männer seit 1990 etwa verdoppelt, bei den Frauen betrug der Anstieg etwa 40 %“, so Dr. Klaus Kraywinkel, kommissarischer Leiter des Zentrums für Krebsregisterdaten, Robert Koch-Institut, Berlin. Diese Zahlen seien von hoher gesundheitspolitsicher Relevanz, da sie die Belastung der Gesellschaft und des Gesundheitssystems durch Krebserkrankungen verdeutlichten.

 

„Diese Entwicklung überrascht uns nicht, und wir haben bereits im Rahmen des Nationalen Krebsplans seit 2008 den Schulterschluss in der Gesellschaft eingefordert“, erklärt Prof. Werner Hohenberger. Der von der Deutschen Krebsgesellschaft, der Bundesregierung, der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren und der Deutschen Krebshilfe initiierte Nationale Krebsplan soll den Kampf gegen die Volkskrankheit Krebs besser strukturieren. „Unser Ziel ist eine flächendeckend bessere Versorgung von an Krebs erkrankten Menschen, die Innovationen der Medizin auch auf lange Sicht sichern soll“, so Hohenberger. Wichtige Säulen bilden dabei die über 500 bereits von der Krebsgesellschaft zertifizierten Organkrebszentren. Hier würden durch fachübergreifende Zusammenarbeit und effizienten Einsatz der zur Verfügung stehenden Mittel schon jetzt deutliche Behandlungsvorteile erzielt.

 

„Neben den strukturellen Verbesserungen hat in den letzten Jahren vor allem die personalisierte bzw, individualisierte Therapie beigetragen“, weiß Prof. Wolff Schmiegel, Kongresspräsident des 29. Deutschen Krebskongresses. „Zum Beispiel berichten die gastroenterologischen Onkologen, dass durch eine intensive Kombinationstherapie von Chemotherapie und monoklonalen Antikörpern ein signifikanter Anteil an Patienten mit metastasiertem Dickdarmkrebs, die zuvor als nicht resektabel galten, eine so deutliche Verkleinerung ihres Tumors erfahren, dass sie nach Therapieeiner operativen Metastasenentfernung zugeführt werden können. Eine vollständige Entfernung aller Metastasen kann für den Patienten die Heilung von der Erkrankung bedeuten“, verweist Schmiegel nur auf einen Fortschritt der letzten Jahre. Der Brustkrebs sei dank intensiver Forschung auf dem besten Weg, eine heilbare Erkrankung zu werden. „Wesentliche Grundlagen für diesen Erfolg sind aktuelle Verbesserung der Früherkennung, Verbesserung der medikamentösen adjuvanten Therapie, Verbesserung der Behandlungsstrukturen sowie die Standardisierung der Behandlung“, erklärt Kongresspräsident Schmiegel, der den Kongress in diesem Jahr unter das Motto „Strukturen verändern – Heilung verbessern“ gestellt hat.

 


 

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Krebsgesellschaft vom 23.02.2010 (tB).

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