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Ambulante Versorgung schwer psychisch Kranker

Psychiatrische Institutsambulanzen

 

Frankfurt (27. Oktober 2007) – Eine zentrale Forderung der Psychiatrie-Enquête bestand in der Ausweitung der ambulanten Behandlungsangebote für psychisch kranke Menschen. Hiervon sollten auch schwer psychisch kranke Patienten nicht ausgenommen werden. Zu diesem Zweck wurden zunächst an den psychiatrischen Fachkliniken, ab dem Jahr 2000 auch an den psychiatrischen Abteilungen der allgemeinen Krankenhäuser, psychiatrische Institutsambulanzen (PIAs) eingerichtet. Heute besteht mit den mittlerweile 418 PIAs in Deutschland ein flächendeckendes Angebot für die ambulante Versorgung von schwer psychisch Kranken. Im Durchschnitt kommen ca. 180.000 Einwoh­ner auf eine PIA. Die Versorgungsdichte variiert bei den PIAs weit weniger stark als im niedergelassenen Bereich (1).

Zu den Erkrankungen, die häufig in PIAs behandelt werden, gehören Schizophrenie, affektive Störungen, schwere Persönlichkeitsstörungen und Suchtkrankheiten mit Komor­biditäten und gerontopsychiatrische Krankheiten. Laut einer TNS Healthcare Umfrage unter 50 PIA-Ärzten aus dem letzten Jahr sind etwa 40 Prozent der behandelten Patienten von Schizophrenie betroffen, in einigen PIAs ist es sogar etwa die Hälfte der Patienten.

Die Behandlung in den PIAs ist in erster Linie aber nicht in bestimmten Diagnosen begrün­det, sondern richtet sich nach der Schwere der Erkrankungen. Diese zeigt sich z.B. durch eine eingeschränkte Compliance der Betroffenen, Therapieabbrüche, therapierefraktäre Verläufe, häufige oder lange andauernde stationäre Krankenhausaufenthalte und Multimor­bidität. Eine unzureichende Erreichbarkeit von niedergelassenen Ärzten oder psychiatrische Notfälle sind weitere Gründe, warum Patienten in PIAs behandelt werden.


Stationäre Behandlung vermeiden

Durch die Behandlung in PIAs können stationäre Behandlungszeiten verkürzt und ggf. ganz vermieden werden. Gleichzeitig ist es möglich, die Behandlung auch bei stationären Aufenthalten kontinuierlich fortzuführen. Außerdem gelingt es über PIAs, unzureichend ver­sorgte Patientengruppen zu erreichen.
In den meisten PIAs werden die Patienten von multiprofessionellen Behandlungsteams betreut, die z.B. aus Ärzten, Pflegekräften, Psychologen und Sozialarbeitern bestehen können. Der multimodale Behandlungsansatz, der dabei verfolgt wird, beinhaltet eine inten­sive ärztliche Betreuung, Bezugspflege, Ergotherapie und Gruppenangebote. So lassen sich auch schwer kranke Patienten längerfristig stabilisieren. Der Erfolg diese Konzepts zeigt sich z.B. daran, dass nach einer Hochrechnung 97 Prozent der Patienten mit Schizophrenie 93 Prozent des Jahres ambulant (in Ambulanzen oder von niedergelassenen Nervenärzten) ver­sorgt werden können, wobei ca. 30 Prozent der Patienten mit Schizophrenie in PIAs betreut werden.
Für ihre Arbeit stehen den PIAs verglichen mit dem niedergelassenen Bereich deutlich höhere Budgets zur Verfügung. Diese erklären sich aus den sehr viel komplexeren Patien­tenfällen, die hier behandelt werden. Institutsambulanzen und niedergelassene Nervenärzte stehen aber nicht in Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen sich durch die Ausrichtung der PIAs auf schwere Krankheitsverläufe in ihren Angeboten. Die Vergütung der PIAs erfolgt außerhalb der vertragsärztlichen Gesamtvergütung und wird direkt mit den Landes­verbänden der GKV vereinbart.


Bessere Vernetzung unter den PIAs

Aufgrund des wachsenden Kostendrucks im Gesundheitswesen ist auch der Handlungsspiel­raum der PIAs durch Rationierungseffekte und Einschränkung der Leistungskataloge zu­nehmend gefährdet. Eine weitere Verbesserung der Behandlungsqualität und der Effizienz in den PIAs ist deshalb wichtig, um die Erfolge, die in der ambulanten Versorgung von schwer psychisch Kranken erreicht worden sind, für die Zukunft zu sichern.
Helfen kann dabei ein verstärkter Austausch zwischen den PIAs und ein breiteres Fortbil­dungsangebot, dass auf die speziellen Anforderungen in den PIAs zugeschnitten ist. Aus diesem Grunde hat AstraZeneca im letzten Jahr die Initiative PlusPunkt PIA ins Leben geru­fen, in deren Rahmen am 26. und 27. Oktober der 2. Deutsche Ambulanztag stattfand.


Literatur

  1. Psychiatrie in Deutschland – Strukturen, Leistungen, Perspektiven erarbeitet von der Arbeitsgruppe Psychia­trie der obersten Landesbehörden im Auftrag der Gesundheitsministerkonferenz“, Februar 2007

 


Quelle: Pressekonferenz von AstraZeneca zum Thema „Zukunft PIA“ am 27.10.2007 in Frankfurt am Main (tB).
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