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Phoo: Medela MedizintechnikBehandlungspfade für eine Familen-integrierende Versorgung

NeoPAss® – gut versorgt von Anfang an

 

Stuttgart (29. Mai 2015) – Eine Frühgeburt stellt Eltern und Baby vor eine große Herausforderung: Das Kind ist noch nicht reif für ein Leben außerhalb des Mutterleibes und die Eltern werden mit einer Rolle und Problemen konfrontiert, auf die sie nicht vorbereitet sind. „Gerade in dieser Situation brauchen Babys ihre Eltern und Eltern brauchen ihre Babys. Damit dieser enge Kontakt zwischen Kind und Familie möglich wird, ist ein Umdenken auf neonatologischen Intensivstationen notwendig. Diesen Prozess möchten wir mit dem Familien-integrierenden Behandlungspfad NeoPAss® unterstützen“, so PD Dr. med. Matthias Keller, Chefarzt und Ärztlicher Direktor der Kinderklinik Dritter Orden in Passau. Die Verbreitung des Behandlungspfades, der auf der 41. Jahrestagung der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin (GPNI) erstmals vorgestellt wurde, unterstützen der Bundesverband Das Frühgeborene Kind e. V. sowie Medela Medizintechnik als Sponsor des Projektes und der Website www.neopass.de. Die Konzepte, Checklisten und Mitarbeiterleitfäden wenden sich an alle Berufsgruppen, die in die Betreuung von Kind und Eltern involviert sind. Anleitungen und Videos für Eltern tragen dazu bei, dass diese von Anfang an als Hauptbezugspersonen in die Betreuung ihres Kindes eingebunden sind.


Die Familien-integrierende Versorgung bietet für das Neugeborene gesundheitliche Vorteile: die Atmung ist verbessert, die Sepsisrate sinkt, das Wachstum und die Gewichtszunahme sind gesteigert und der Klinikaufenthalt verkürzt sich. Der frühe Kontakt zwischen Eltern und Kind unterstützt eine stabile Eltern-Kind-Bindung (Bonding) und gibt den Eltern Sicherheit im Umgang mit ihrem Baby. Diese Erfahrungen führen dazu, dass sich die Familien-integrierende Versorgung weltweit immer stärker durchsetzt: Nach Estland und Schweden wird sie im kommenden Jahr auch in Kanada in allen neonatologischen Intensiveinheiten eingeführt. Auch in Deutschland gibt es erste, in der Umsetzung unterschiedliche Konzepte.

 

 

Eltern ins Behandlerteam integrieren

 

Die Familien-integrierende Versorgung ist eine neue Philosophie, Neugeborene und ihre Eltern zu betrachten. Die Eltern sind aktive Mitglieder in einem Team, das sich gemeinsam um das Kind kümmert. Pflegekräfte leiten sie bei der Betreuung des Kindes an und unterstützen die Eltern bei Aufgaben, die besondere Fachkenntnisse erfordern. Dies zieht einen Wandel in der Arbeitsweise auf Station und im Berufsbild nach sich: In der modernen Versorgung sind Pflegekräfte Eltern-Coaches, die darüber hinaus Aufgaben übernehmen, die Eltern fachlich nicht erfüllen können.

 

 

Behandlungspfade ebnen neue Wege

 

Für eine kontinuierliche Betreuung, die optimalerweise von der pränatalen Phase bis ins Kleinkindalter reicht, arbeiten verschiedene Berufsgruppen zusammen. Klinische Behandlungspfade wie NeoPAss® erleichtern die Integration der notwendigen, neuen Vorgehensweisen in den klinischen Alltag, verbessern die multidisziplinäre Kommunikation und Teamarbeit. Sie fokussieren die Behandlung auf die Familie und unterstützen die Kommunikation mit den Eltern. Wirtschaftlich betrachtet verkürzen Behandlungspfade die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus und reduzieren so die Behandlungskosten.

 

Erste Evaluationsdaten zu NeoPAss® an der Kinderklinik Dritter Orden, Passau, stellte Keller im Rahmen des Medela Lunchsymposiums „Integrative Behandlungspfade zur Qualitäts- und Erlössicherung in Klinik und Praxis – Evidenz, Wirkung und Umsetzung“ auf dem GNPI ebenfalls vor: Sie zeigen beispielsweise positive Veränderungen durch die Förderung einer frühzeitigen Stillbeziehung und eine umfassende Stillberatung der Eltern: Der Anteil der bei Klinikentlassung mit Muttermilch ernährten Säuglinge ist von 61 Prozent im Jahr 2012 – vor Einführung des Behandlungspfades – auf 91 Prozent im Jahr 2014 gestiegen. Die Kinder wurden früher entlassen und der Anteil der Wiederaufnahmen innerhalb von zwei Monaten sank von 18,5 Prozent im Jahr 2012 auf 5,9 Prozent im Jahr 2014.

 

 

Neue Wege gemeinsam gehen

 

„Für Frühchen-Eltern beginnt das Familienleben mit der, wenn auch vorzeitigen, Geburt ihres Kindes. Deshalb müssen sie bereits von Anfang an umfassend eingebunden und bei der Wahrnehmung ihrer neuen Aufgabe als Mutter und Vater eines Frühchens begleitet, gestärkt, unterstützt und gefördert werden. So können sie im Anschluss an die Zeit in der Klinik mit Selbstvertrauen und Zuversicht nach Hause gehen und den Alltag bestmöglich bewältigen. Das vorgestellte Konzept NeoPAss® beinhaltet diesen familienzentrierten Ansatz und trägt entscheidend dazu bei, dass Eltern und Kind sich bereits in der Klinik zu einem eingespielten Team mit soliden Beziehungsstrukturen entwickeln. Damit entsteht ein belastbares Fundament für den weiteren gemeinsamen Lebensweg der Familien“, begrüßt der Bundesverband Das Frühgeborene Kind e. V. den neu entwickelten Behandlungspfad.

 

Das Unternehmen Medela hat sich die Erforschung der Muttermilch und Förderung der Muttermilchernährung zur Aufgabe gemacht. Bei der Umsetzung der Muttermilchernährung bei Früh- und Risikogeborenen, die noch nicht an der Brust trinken können, unterstützt Medela Mütter und Pflegende mit forschungsbasierten Produkten wie Milchpumpen, Muttermilchsaugern und Stillhütchen. Ein frühes Initiieren der Stillbeziehung durch eine umfassende Beratung ist integraler Bestandteil von NeoPAss®, dessen Verbreitung und Weiterentwicklung das Unternehmen mit dem Sponsoring der Website www.neopass.de fördert: Im Fachbereich der Website werden alle Dokumente des Behandlungspfades kostenlos zur Verfügung gestellt. Ein Forum lädt interessiertes Fachpersonal dazu ein, die Materialien zu diskutieren, Fragen zur Umsetzung in der eigenen Klink zu stellen und alle Materialien gemeinsam weiterzuentwickeln.

 

 

hoo: Medela Medizintechnik 

 

Abb.: Auf der NeoPAss® Website werden alle Dokumente des Behandlungspfads kostenlos zur Verfügung gestellt: http://www.neopass.de/

 

 

 

Über Medela

 

Medela mit Sitz im Kanton Zug/Schweiz wurde 1961 von Olle Larsson gegründet. Das Unternehmen wird heute von seinem Sohn Michael Larsson geleitet. Medela hat zwei Unternehmensbereiche, "Stillen", führend in der Entwicklung und Herstellung von Stillprodukten, und "Healthcare", spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von hochwertigen medizinischen Vakuumtechnologielösungen. Medela betreibt Grundlagenforschung zusammen mit führenden Wissenschaftlern, Fachspezialisten und Universitäten und nutzt die Forschungsergebnisse in der Entwicklung ihrer Produkte. Medela hat 18 Tochtergesellschaften in Europa, Nordamerika und Asien und vertreibt ihre Produkte zusammen mit unabhängigen Partnern in insgesamt über 90 Länder. Das Unternehmen beschäftigt weltweit über 1‘500 Mitarbeiter, davon 330 im Kanton Zug.

 

 

Über die Kinderklinik Dritter Orden Passau

 

Die Kinderklinik Dritter Orden Passau, unter der Trägerschaft der Schwesternschaft der Krankenfürsorge des Dritten Ordens in München, gehört zu den 20% der größten und auch bekanntesten Kinderkliniken Deutschlands und zählt damit zu einer der wichtigsten Einrichtungen zur Versorgung kranker Neugeborener, Kinder und Jugendlichen in Niederbayern und dem angrenzenden Österreich. Das Haus besteht aus zwei großen Bereichen – dem Sozialpädagogischen Zentrum und der Klinik für Kinder und Jugendliche. Die exzellente Arbeit an der Kinderklinik wurde durch die Verleihung verschiedener Gütesiegel, wie zum Beispiel das Gütesiege „Ausgezeichnet für Kinder“ belohnt.

 

 

 

Weitere Informationen

 

 


Quelle: Medela Medizintechnik, 29.05.2015 (tB).

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