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Bevacizumab und Erlotinib beim fortgeschrittenen NSCLC:

Zielgerichtete Therapien ermöglichen Überlebenszeiten von mehr als einem Jahr

 

Jedes Jahr erkranken in Deutschland über 46.000 Menschen neu an Lungenkrebs, davon ca. 33.000 Männer.Berlin (4. Dezember 2008) –  Bei vielen Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom können heute Überlebenszeiten von mehr als einem Jahr erreicht werden. Dies zeigen die kürzlich bei der Veranstaltung der „International Association for the Study of Lung Cancer“ 2008 in Chicago präsentierten Studiendaten zu Bevacizumab sowie die ersten Ergebnisse einer großen retrospektiven Analyse zu Erlotinib. Zusammen mit dem Management EGFR-induzierter Hautreaktionen wurden die aktuellen Studiendaten bei einem Pressegespräch in Berlin diskutiert (1).

„Durch die First-Line-Therapie mit modernen Platin-basierten Doubletten waren beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom bisher nur mediane Gesamtüberlebenszeiten von acht bis zehn Monaten möglich“, beschrieb Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Schütte, Halle, die Grenzen der alleinigen Chemotherapie.

 

Neuer Maßstab in der Erstlinientherapie …

Überlebenszeiten von mehr als einem Jahr wurden dagegen erstmals in der Phase-III-Studie E4599 erreicht, in der bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (Non Small Cell Lung Cancer, NSCLC), außer bei vorwiegender Plattenepithel-Histologie die Zugabe von Bevacizumab (Avastin®) zur Standard-Chemotherapie mit Carboplatin/Paclitaxel das Gesamtüberleben auf mehr als zwölf Monate verlängerte (12,3 vs. 10,3 Monate, p=0,003) (2). Noch länger als das Gesamtkollektiv profitierten Patienten mit fortge-schrittenem Adenokarzinom von dem Angiogenese-Hemmer, wie die Ergebnisse einer kürzlich in Chicago vorgestellten Subgruppen-Analyse zeigten. Mit 14,2 Monaten überlebten diese Patienten nicht nur knapp vier Monate länger als bei alleiniger Therapie mit Carboplatin/Paclitaxel (10,3 Monate, p=0,69), sondern auch länger als jemals zuvor in einer Phase-III-Studie berichtet (3).

 

… und überzeugende Langzeitergebnisse in der Zweitlinientherapie

Den Langzeitnutzen von Erlotinib (Tarceva®) bei chemotherapeutisch vorbehandelten Patienten in der täglichen Praxis zeigen die Interimsergebnisse der offenen Phase-IV-Studie TRUST. In einer Interimsanalyse dieser Studie von 6.807 Patienten wurde in der Erlotinib-Gruppe das progressions-freie Überleben (PFS) auf 14,3 Wochen verlängert und war somit noch besser als in der zulassungsrelevanten Studie BR.21 (9,7 Wochen). Bei 20 % der TRUST-Patienten stoppte der EGFR-Inhibitor die Progression sogar zwölf Monate und länger.

 

Jetzt zeigen die ersten Ergebnisse einer retrospektiven Analyse der Krankheitsverläufe von Patienten, die mindestens ein Jahr mit Erlotinib behandelt wurden, dass bei einer Therapie mit dem „Small Molecule“ viele Patienten im Versorgungsalltag nicht nur lange ohne Progress, sondern auch insgesamt sehr lange überleben können. In den ersten mehr als 300 systematisch dokumentierten Langzeitverläufen lebten über 50 % der Patienten länger als 18 Monate unter der Erlotinib-Therapie. Einzelne Patienten profitieren bereits mehr als 40 Monate von dem EGFR-Inhibitor. Dr. David Heigener vom Krankenhaus Großhansdorf betonte: „Die Analyse zeigt, dass überzeugende Langzeitergebnisse nicht nur bei einer Tumorremission, sondern auch bei einer Krankheitsstabilisierung erwartet werden können.“ Die retrospektive Studie bestätigte darüber hinaus den langfristigen Nutzen des oralen EGFR-Inhibitors in allen Subgruppen d. h. unabhängig vom Geschlecht, Raucherstatus und Tumorhistologie (5). Obwohl das „Small Molecule“ bei 80 % der ein Jahr und länger behandelten Patienten kutane Nebenwirkungen (Rash) verursachte, beschrieben 75 % der Patienten die Verträglichkeit und Lebensqualität unter der zielgerichteten Therapie als gut oder sehr gut.

 

Maßnahmen bei kutanen Nebenwirkungen

In Anbetracht der Korrelation zwischen Rash und klinischem Therapieerfolg stellt sich in der täglichen Praxis die Frage, wie die kutanen Nebenwirkungen am besten zu behandeln sind.

Prof. Dr. Bernhard Homey, Düsseldorf, betont: „Neben der konsequenten Hautpflege mit rückfettenden Externa empfehlen wir eine Therapie gemäß eines von uns entwickelten Management-Algorhythmus unter Anwendung antiinflammatorischer, antiseptischer und antibiotischer Maßnahmen. Hierunter lässt sich in den meisten Fällen eine deutliche Besserung des Hautbefundes und eine uneingeschränkte Fortführung der Tumortherapie erreichen.“

 

 

 

Wirkprinzip von Bevacizumab in der First-Line-Therapie bei Lungenkrebs.

Abb.: Wirkprinzip von Bevacizumab in der First-Line-Therapie bei Lungenkrebs.

 

 

 

Quellen

  • Pressegespräch der Roche Pharma AG „Lungenkrebs: Krankheitsstabilisierung von mehr als einem Jahr durch Second-Line-Therapie mit Tarceva®, Berlin, 4. Dezember 2008
  • Sandler A, et al. N Engl J Med 2006;355:2542-2550
  • Sandler A, et al. J Thorac Oncol 2008; Vol 3; No. 11, Suppl 4, Abstract 133
  • Reck M, et al. Ann Oncol 2008, ESMO Annual Meeting Proceedings, Abstract 380, Poster 262
  • Roche Pharma, 2008, data on file

 

 

Downloads

 

Folien zum Vortrag praes_schuette.pdf praes_schuette.pdf (1.09 MB)

Folien zum Vortrag praes_heigener.pdf praes_heigener.pdf (875.22 KB)

Folien zum Vortrag praes_homey.pdf praes_homey.pdf (2.56 MB)

 

 


 

Quelle: Pressekonferenz der Firma Roche Pharma zum Thema “Lungenkrebs: Krankheitsstabilisierung von mehr als einem Jahr durch Second-Line-Therapie mit Tarceva®“ am 04.12.2008 in Berlin (medical relations).

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