Tabuthema: "Trockene Scheide"

Rat suchen statt schweigen – wenn bei Frauen die Lust ausbleibt

Von Brigitte Hieronimus, Borken


Hamburg (17. September 2008) – Es ist eine der vielfältigen Erfahrungen von Frauen, dass sie schon als Mädchen mit ihren Eltern nicht über Sexualität reden konnten und auch nicht auf ein positives selbstbestimmtes Sexualleben vorbereitet wurden. Heute versucht die Schule im Fach Sexualkunde diese Aufgabe zu übernehmen, aber Informati­onen ersetzen kein vertrauliches Gespräch. Durch die freizügige Darstellung von sexueller Lust oder Un­lust der Frauen in den Medien werden Bilder von „immer können“ und „stets zur Verfügung sein“ sugge­riert. Gleichzeitig wird Angst vor dem Älterwerden geschürt und die Menopause oder die Wechseljahre als Schreckgespenst mit all ihren nachteiligen Symptomen dargestellt. Dass auch die Befürchtung vor tro­ckenen Schleimhäuten wächst, zeigt sich in vielen Beratungssituationen. Was also hat es auf sich, wenn sich keine Lust einstellen will und der weibliche Körper deutliche Signale wie Scheidentrockenheit sendet?

Wann tritt Scheidentrockenheit auf?

Eine generelle Trockenheit von Schleimhäuten wie Augen, Nase und Rachen ist eng mit dem hormonellen Umstellungsprozess der Wechseljahre verbunden, und damit auch das Auftreten von Scheidentrocken­heit. Scheidentrockenheit kann aber in jedem Alter vorkommen und verschiedene Ursachen haben. Un­erfahrene Frauen, die Schamgefühle haben, leiden ebenso darunter wie Frauen, die entbunden haben und sich in der Stillphase befinden. Aus der Hirnforschung wissen wir, dass Stress, der nicht bewältigt wird, eine unkontrollierbare Situation darstellt. Denn Stresshormone sind immer Gegenspieler der Sexualhor­mone. Frauen im Zustand nach operativen Eingriffen im Bereich der weiblichen Geschlechtsorgane und/oder nach chemotherapeutischen Behandlungen sind psychisch instabil und brauchen zunächst Si­cherheit darüber, wie es weiter geht. In den Wechseljahren kann aufgrund der Östrogenschwankung se­xuelle Unlust auftreten und Scheidentrockenheit als Folge nach sich ziehen, doch das trifft nicht auf alle Frauen gleichermaßen zu. Eine Vielzahl von weiteren Faktoren wie starke Anforderungen im Beruf, famili­äre Sorgen und andauernde Beziehungsprobleme in der Lebensmitte, können Symptome wie die Schei­dentrockenheit begünstigen.

Wechseljahre bergen ein Geheimnis

Durch den allmählich versiegenden Strom des Östrogens wird die Wirkung des Testosterons im weiblichen Körper spürbarer und zeigt sich auf der Stimmungsebene. Testosteron wirkt generell antriebsteigernd und lustfördernd, macht aber auch aggressiv und reizbar. Diese durchaus positiv zu bewertenden Erscheinun­gen irritieren Frauen zunächst. Weil sie nun etwas einfordern oder sich selbst um die Erfüllung ihrer sexu­ellen Wünsche kümmern, werden sie in die Lage versetzt nach Möglichkeiten Ausschau zu halten, die sie bisher nicht wahrgenommen haben. Erfreulicherweise gibt es immer mehr Frauen die nach der Meno­pause ihre Sexualität genießen und nach eigenen Vorstellungen leben. Diese Frauen zeigen dann regel­mäßig auch ein hohes Interesse an Informationsmaterial, Beratung und Produkten, wie z.B. gegen Schei­dentrockenheit. Das Wissen um diese Annehmlichkeiten verschafft ihnen neue Optionsmöglichkeiten.

Psychosoziale Probleme als Chance und Wegweiser

Das sexuelle Erleben der Frauen – nicht nur in den Wechseljahren – ist stark abhängig von psychosozialen Hintergründen und Fragen wie diesen: Wie stehen Frauen insgesamt zur Sexualität? Lebten die Eltern in einer entspannten, freudvollen Beziehung? Haben Frauen Freude an ihrem Körper? Betrachten sie Sex als Vergnügen oder als Pflicht? Gab es Missbrauch oder Gewalterfahrungen? Welche Erlebnisse haben bio­grafisch geprägt? Gibt es belastende Lebensumstände? Ungelöste Probleme stehen in einem engen Zu­sammenhang zur sexuellen Unlust und zeigen sich bei Frauen u.a. als Symptom von Scheidentrockenheit. Sie sind immer auch als Wegweiser und Chance zu verstehen. In der Zeit der Wechseljahre stehen Frauen in einem Spannungsverhältnis zwischen ihrem Selbstbild und den ihnen zugedachten und von ihnen ein­genommenen Rollen. Zahlreiche Ursachen liegen im familiären zwischenmenschlichen Bereich und haben ihren Ursprung in einer freudlosen und lustfeindlichen Erziehung, die es den Frauen nicht leicht macht, eine selbstbestimmte Führung in der Sexualität einzunehmen. Kommen Konflikte in der Partnerschaft hinzu, wird Sexualität verweigert oder fallen gelassen. Nicht selten liegt der Grund dafür in einer man­gelnden Differenzierung beider Partner, die um der Harmonie willen aufgegeben wurde. Je höher aber der Grad der Differenzierung ist, desto lebendiger bleibt die Lust aufeinander. Gelingt es Frauen in den Wechseljahren eine autonome Haltung zur eigenen Sexualität zu entwickeln, ist das Problem der trocke­nen Scheidenschleimhäute meist nur ein vorübergehendes.

Die Scham ist vorbei

So wie Menschen eine Brille benötigen um besser sehen zu können, so müssen Frauen vor, in und nach den Wechseljahren keine Scham empfinden, etwas gegen die Trockenheit der Scheide zu unternehmen. Lokal wirkende Hilfsmittel sind eine große Erleichterung und tragen nicht nur zu einem entspannten Um­gang in der Sexualität bei, sondern wirken im Falle von „Premeno“ auch effektiv auf die pH-Werte in der Scheide. Die Erkenntnisse aus den Beratungssituationen zeigen, dass ein erfülltes Sexualleben – ob allein oder zu zweit – zu einem positivem Lebensgefühl und damit zur psychosozialen Gesundheit beitragen kann.

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Abb. 1: Wechseljahre / Menopause – was ist das eigentlich?

 

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Abb. 2: Welche Symptome stehen im Vordergrund? 

 

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Abb. 3: Beteiligung der Schleimhäute und deren Ursachen.

 

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Abb. 4: Scheidentrockenheit – muss das peinlich sein?

 

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Abb. 5: Geheimnis der Wechseljahre.

 


Quelle: Medienforum Premeno duo der Firma Kessel zum Thema „Tabuthema ‚Trockene Scheide’ am 17. September 2008 in Hamburg (Medizin und PR GmbH Gesundheitskommunikation) (tB).

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