HIV-Patienten profitieren physisch und emotional vom Training für einen Marathon

 

Abbott-Initiative „42 km of Cologne – be part of it“ geht beim Marathon der Gay Games 2010 in Köln an den Start

 

Erfolgreiche Teilnehmer der Initiative „Die 42 km von Berlin“. Photo: www.42kmplus.deWiesbaden (3. Juli 2009) – Antiretroviral behandelte HIV-Patienten können unter ärztlicher und sportlicher Betreuung das Training für einen Marathon bewältigen und profitieren davon sowohl in physischer als auch psychischer Hinsicht. Dies zeigen die Ergebnisse der Abbott-Initiative „Die 42 km von Berlin“ beim Berlin Marathon 2008, die auf der diesjährigen 5th European Conference on Clinical and Social Research on AIDS and Drugs in Vilnius, Litauen, vom 28. bis 30. April 2009 vorgestellt wurden1. Selbst bei Patienten mit bereits relativ gutem immunologischen Ansprechen kam es zu einem weiteren Anstieg der CD4-Zellzahlen, während die Viruslast fast ausnahmslos absank bzw. unter der Nachweisgrenze blieb. Die Patienten berichteten zudem über eine Verbesserung ihrer Lebensqualität, vor allem im Hinblick auf Leistungsfähigkeit und Selbstbewusstsein. Die ermutigenden Ergebnisse haben das Gesundheitsunternehmen Abbott veranlasst die Initiative fortzuführen. Für den Marathon der Gay Games 2010 in Köln werden ab August wieder 20 HIV-Patienten vorbereitet.

 

Ob sportliche Aktivitäten und vor allem Extremsport sich vorteilhaft oder ungünstig auf die Gesundheit von HIV-Infizierten auswirken, war lange Zeit umstritten. Abbott initiierte daher in Zusammenarbeit mit Ärzten und sportlichen Betreuern unter der Leitung des Teams Joachim Franz die Initiative „Die 42 km von Berlin“, bei der sich 19 HIV-positive Patienten, die zuvor noch keinen Marathonlauf bestritten hatten, zehn Monate lang auf den Berlin-Marathon 2008 vorbereiteten. Vor Beginn des Trainings sowie vor dem Lauf wurden CD4-Zellzahl, Viruslast und Body-Mass-Index (BMI) bestimmt und verschiedene Parameter der Lebensqualität (Energiemangel, Depression, Einschlafstörungen, körperliches Erscheinungsbild) mittels Fragebögen erfasst.

 

Von acht Männern und zwei Frauen waren vollständige Angaben zum Infektionsverlauf und zur Lebensqualität vor und nach der Trainingsphase verfügbar. Alle zehn Teilnehmer (medianes Alter: 45 Jahre) erhielten eine antiretrovirale Therapie. Während sich bei acht Patienten nach der Vorbereitung ein Anstieg der CD4-Zahlen zeigte (30 bis 209 Zellen/μl), wiesen zwei einen leichten Abfall auf (-7 und -10 Zellen/μl). Im Durchschnitt ergab sich hieraus ein signifikanter Anstieg der CD4-Zahl um 95,1 Zellen/μl (p=0,0051).

 

Die Viruslast war bei fünf Teilnehmern nach der Trainingsphase unverändert und sank bei vier weiteren um 39 bis 1633 RNA-Kopien/ml. Bei einem Patienten kam es zu einem geringfügigen Anstieg um 39 Kopien. Jeweils fünf Patienten verloren zwischen zwei und zehn Kilogramm an Gewicht bzw. nahmen zwischen zwei und zwölf Kilogramm zu. Der durchschnittliche BMI sank leicht von 24,2 auf 24,0. Im Hinblick auf die Fragen zur Lebensqualität empfanden jeweils zwei der Teilnehmer eine Verbesserung in den Punkten Energiemangel, Depression und Einschlafstörungen; keiner der Teilnehmer führte bei diesen Fragen eine Verschlechterung an. Fünf Patienten bewerteten die Veränderung ihres körperlichen Erscheinungsbilds positiv und einer negativ. Ein Großteil berichtete zudem über größere Vitalität, höhere Leistungsfähigkeit und gesteigertes Selbstbewusstsein durch das Training. Alle zehn Teilnehmer der Auswertung schlossen den Marathonlauf erfolgreich ab.

 

„Die Initiative ‚Die 42 km von Berlin’ hat gezeigt, dass HIV-Patienten unter entsprechender ärztlicher und sportlicher Betreuung durchaus in der Lage sind, extreme sportliche Leistungen zu vollbringen, ohne dass ihnen dadurch gesundheitliche Schäden entstehen“, so Dr. Michael Rausch, Mitinitiator des Projekts. „Eine regelmäßige sportliche Betätigung wäre sicher für viele Patienten von großem Nutzen. Die meisten bei unseren Teilnehmern auftretenden Probleme waren – wie bei anderen Marathonläufern auch – orthopädischer Natur.“

 

Startschuss für weitere Marathon-Aktion

Der Erfolg des Projekts hat Abbott dazu veranlasst, die Initiative unter dem Namen „42 KM of Cologne – be part of it“ fortzuführen. Für den Marathon der Gay Games 2010 gibt das Unternehmen 20 HIV-Positiven die Möglichkeit, unter ärztlicher Kontrolle mit Laufexperten des Teams Joachim Franz zu trainieren. Voraussetzung hierfür ist eine erfolgreich bestandene ärztliche Grunduntersuchung. „Wir wollen durch unser langfristiges Engagement einen Betrag dazu leisten, dass Menschen trotz HIV-Infektion ihr Leben aktiv gestalten und Vertrauen in ihre eigene Leistungsfähigkeit entwickeln“, so Wulff-Erik von Borcke, Sprecher der Geschäftsführung von Abbott Deutschland. „Darüber hinaus möchten wir aber auch gemeinsam mit HIV-Infizierten ein Zeichen setzen und für mehr Toleranz und Integration werben.“

 

Der Startschuss für die einjährige Vorbereitungsphase fällt mit einem Treffen aller Läufer im August 2009. Hierbei checken Experten die Fitness der Teilnehmer und entwickeln für jeden einen persönlichen Trainingsplan. Bis zum Frühjahr 2010 werden die Teilnehmer auf die erste große Herausforderung vorbereitet – einen Halbmarathon, voraussichtlich in Kassel. Während der gesamten Zeit übernehmen Laufpaten die individuelle Betreuung der Teilnehmer und trainieren mit ihnen an ihren Wohnorten. Die Teilnahme ist für die Läufer kostenlos. Alle Informationen zur Initiative sind unter www.42kmplus.de verfügbar.

 

Abbott und HIV/AIDS

HIV/AIDS ist eine weltweite Herausforderung, die eines gemeinsamen Engagements und gemeinsamer Verantwortung bedarf. Abbott engagiert sich, indem das Unternehmen mit Regierungen, multilateralen Organisationen, Nichtregierungsorganisationen und zivilen Gesellschaften zusammenarbeitet, um den Zugang zu HIV/AIDS-Behandlungsmöglichkeiten weltweit zu verbessern. Abbott hat zudem bedeutende Investitionen in die Erweiterung seiner Produktionskapazitäten getätigt, um der wachsenden Nachfrage nach HIV-Behandlungsmöglichkeiten in Entwicklungsländern gerecht werden zu können.

 

Abbott Laboratories gehört seit Entdeckung der HI-Virusinfektion zu den führenden Unternehmen auf dem Gebiet der HIV- und AIDS-Forschung. Es entwickelte 1985 den ersten zugelassenen Test zum Nachweis von HIV-Antikörpern im Blut und nimmt bis heute eine führende Position in der Diagnostik ein: mehr als die Hälfte der weltweiten Blutspenden wird mit den Retrovirus- und Hepatitistests des Unternehmens überprüft. Abbott entwickelte zwei Proteaseinhibitoren zur HIVBehandlung.

 

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Quelle: Pressemitteilung der Firma Abbott vom 03.07.2009.

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