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Satellitensymposium: „AT1-Rezeptorblocker – Gegenwart und Zukunft“ – 74. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie am 27. März 2008 in Mannheim

MORE – Mehr Gefäßschutz durch Olmesartan

Mannheim (27. März 2008) – Die Erfolgsgeschichte der AT1-Rezeptorblocker geht weiter: Mit der innovativen MORE-Pilotstudie konnte nun erstmalig nachgewiesen werden, dass die Hypertonie-Behandlung mit Olmesartan (z.B. Votum®) zu einer Volumen-Reduktion atherosklerotischer Plaques führt. Dies wurde auf dem Satelliten-Symposium von Berlin-Chemie im Rahmen der 74. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie berichtet. In Ergänzung zur MOREStudie stellten die Referenten während der Veranstaltung weitere positive Effekte des in Deutschland günstigsten Sartans auf Herz, Nieren und Gefäße vor.


AT1-Rezeptorblocker wirken anti-atherogen

Angiotensin II und AT1-Rezeptoren besitzen eine entscheidende Bedeutung für die Pathogenese kardiovaskulärer Erkrankungen, so Prof. Dr. Michael Böhm, Direktor der Klinik für Innere Medizin am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg an der Saar. Über inflammatorische Prozesse und vermehrten oxidativen Stress werden durch das Hormon bzw. seinen Rezeptor vaskuläre und kardiale Endorganschäden vermittelt oder verschlimmert, die die Bildung von endothelialer Dysfunktion und nachfolgend atherosklerotischen Plaques fördern. Bei Ruptur der Plaques in herzversorgenden Gefäßen kann ein Myokardinfarkt die Folge sein, der über Remodeling-Prozesse zur terminalen Herzinsuffizienz führt. „Zahlreiche experimentelle Daten belegen, dass die endotheliale Dysfunktion durch einen AT1-Antagonisten verbessert werden kann. Möglicherweise spielt dabei die auch von Olmesartan beschriebene Freisetzung von endothelialen Progenitorzellen eine wichtige Rolle“, erläuterte Prof. Böhm.

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MORE: Reduktion von Plaquevolumina durch Olmesartan

Einen neuen Blickwinkel auf den Gefäßschutz durch AT1-Rezeptorblocker bzw. Olmesartan bietet die Pilotstudie MORE1 (Multicentre Olmesartan atherosclerosis Regression Evaluation). In der prospektiven, doppelblinden, randomisierten Studie, an der 31 klinische Zentren teilnahmen, wurden insgesamt 165 Bluthochdruckpatienten mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko zwei Jahre lang mit Olmesartan (20 – 40mg) oder dem weltweit meist verordneten Betablocker Atenolol (50 – 100mg) behandelt. Primäres Studienziel war neben einer adäquaten Blutdrucksenkung die Veränderung der Intima-Media-Dicke an den Karotiden oder dem Karotisbulbus. Parallel dazu wurden mit Hilfe eines neuartigen, nicht-invasiven 3D-Ultraschallverfahrens auch die Volumina zuvor identifizierter nicht mineralisierter, atherosklerotischer Plaques im Behandlungszeitraum beobachtet.

Nach zwei Jahren Therapie hatten Intima-Media-Dicke (IMT) und systolischer bzw. diastolischer Blutdruck unter Olmesartan wie unter Atenolol gleichermaßen signifikant abgenommen. In beiden Studienarmen wurde eine starke Blutdrucksenkung nachgewiesen (Olmesartan -24,6/-15,2mmHg bzw. Atenolol -21,5/-13,8mmHg für die systolische/diastolische Blutdrucksenkung). Auch die Veränderung der Wanddicke (Intima-Media-Dicke) ausgewählter Bereiche der Karotidgefäße war mit durchschnittlich -0,09mm (Olmesartan) bzw. -0,082mm (Atenolol) nach zwei Jahren nicht signifikant verschieden. Die Studienautoren führten die Korrelation der Studienendpunkte darauf zurück, dass bei einer IMT-Messung nicht zwischen einer Verdickung der Media (durch den Bluthochdruck-vermittelten Dehnungsstress) und der Intima (durch die Manifestierung der Atherosklerose) unterschieden werden kann. Dagegen konnte unter Olmesartan eine hochsignifikante Abnahme der Plaquegröße beobachtet werden, die im Falle der Atenolol-Behandlung nicht auftrat. Der blutdruckunabhängige Effekt stieg während des Behandlungszeitraums kontinuierlich an und war umso ausgeprägter, je größer die anfänglichen Plaque-Volumina waren. Bei Patienten, deren Plaquevolumen mit 33,7μl über dem Median lag, reduzierte die Einnahme von Olmesartan (n=36) das Volumen nach zwei Jahren um 11,5μl, während unter Atenolol-Behandlung (n=41) das Volumen im selben Zeitraum um 0,6μl zunahm. Hier spielte wahrscheinlich auch die messtechnische Schwierigkeit der Volumenbestimmung kleiner Plaques eine Rolle. Damit konnte Olmesartan als erster AT1-Rezeptorblocker eine Regression der Plaquevolumina nachweisen. Neben der EUTOPIA2- und der VIOS3-Studie wird durch MORE daher einmal mehr das anti-atherogene Potenzial des Wirkstoffs bestätigt.


Nicht alle Sartane sind gleich

Olmesartan hat sich auch gegen andere Mitglieder der Sartangruppe überlegen gezeigt, wie die Ergebnisse einer Metaanalyse4 aus dem Jahre 2007 belegen. Innerhalb der Substanzklasse der AT1-Rezeptorblocker scheinen einige Effekte zu variieren. So wurden u.a. klinische Unterschiede in der Blutdrucksenkung, der Verbesserung der Nierenfunktion und des kardiovaskulären Risikos dokumentiert. „Die substanzspezifischen Unterschiede könnten durch molekulare Charakteristika der einzelnen Wirkstoffe und daraus resultierender Unterschiede in Pharmakodynamik und -kinetik erklärt werden“, berichtete Prof. Dr. Ulrich Kintscher, Leiter am Institut für Pharmakologie des Centers for Cardiovascular Research der Charité in Berlin. Hierbei sind Parameter wie Rezeptorbindung, Rezeptoraffinität, aber auch die Dissoziation vom Rezeptor entscheidend.


Sartandosis an Albuminurie anpassen

Prof. Dr. Danilo Fliser, Leiter an der Klinik für Innere Medizin (Nieren- und Hochdruckkrankheiten) vom Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg an der Saar hob hervor, dass „besonders bei Vorliegen einer Nierenschädigung, wie durch Diabetes mellitus und/oder Hochdruck verursacht, neben der konsequenten Blutdrucksenkung die Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) eine wichtige Rolle in der Verminderung der Progression spielt.“ Laut dem Experten zeigen klinisch-experimentelle Studien darüber hinaus, dass AT1-Rezeptorblocker nicht mehr ausschließlich an der Blutdruckhöhe titriert werden sollten, „sondern unabhängig davon auch an der Höhe der Albuminausscheidung der Patienten, um evtl. einen noch stärkeren Effekt auf die Progression zu erzielen.“


Literatur

  1. MORE = Multicentre Olmesartan atherosclerosis Regression Evaluation;Stumpe K.O. et al., Therapeutic Advances in Cardiovascular Disease 2007, 1, 97-106
  2. EUTOPIA = EUropean Trial on Olmeasartan and Pravastin in Inflammation andAtherosclerosis; Fliser et al., Circulation 2004, 110: S1103-1107
  3. VIOS = Vascular Improvement with Olmesartan Study;Smith et al., Am J Cardiovasc Drugs 2006, 6(5): 335-342
  4. Zannad et al., Fundamental & Clinical Pharmacology 2007, 21(2): 181-190

 


Quelle: Satellitensymposium von Berlin Chemie: „AT1-Rezeptorblocker – Gegenwart und Zukunft“, 74. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, am 27. März 2008, Mannheim(tB).
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