Krebsfrühstadien im Magen-Darm-Trakt:

Endoskopische Therapie statt Operation

 

Von Prof. Dr. Horst Neuhaus

 

Düsseldorf (1. Februar 2007) – Durch den zunehmenden Einsatz der Endoskopie werden häufiger Krebsfrühstadien in Speiseröhre, Magen oder Darm auch bei beschwerdefreien Patienten entdeckt. Hochauflösende Endoskope sowie ergänzende bildgebende Techniken wie das „Narrow-Band-Imaging“, das den Kontrast der Schleimhautoberfläche ohne den Gebrauch von Färbemitteln verstärkt, erlauben eine verbesserte Darstellung der Feinstruktur der Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes. So können Krebsvorstufen oder -frühformen auch bei einer Größe von nur wenigen Millimetern erkannt und differenziert werden. Die Tiefenausdehnung der Veränderungen wird ergänzend mit endoskopischem Ultraschall beurteilt. Diese modernen endoskopischen Verfahren ermöglichen somit in Ergänzung mit Gewebeproben eine präzise lokale Diagnostik. Bei der Beschränkung des Krebses auf die Schleimhaut besteht im oberen und unteren Verdauungstrakt ein nur sehr geringes, bzw. gar kein Risiko von Lymphknotenmetastasen. Vor diesem Hintergrund zielen endoskopisch therapeutische Verfahren auf eine definitive Heilung ab durch vollständige Entfernung der entarteten Schleimhautbezirke unter Erhalt der Organe. Neue Schneidetechniken der endoskopischen Mukosaresektion (EMR) oder Mukosadissektion (ESD) stellen dabei einen guten Erhalt des abgetragenen Gewebestückes sicher, das dann histologisch untersucht wird. Nur unter dieser Voraussetzung wird der Pathologe beurteilen können, ob eine komplette Entfernung der Krebsareale gelungen ist und sie auf die Schleimhaut beschränkt sind.

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In Tumorkonferenzen sollte dann für den individuellen Fall entschieden werden, ob die endoskopische Therapie ausreichend war und dem Patienten somit eine große Operation, häufig mit Organentfernung, erspart werden kann. Nach erfolgreicher lokaler Therapie sind regelmäßige endoskopische Kontrollen zur rechtzeitigen Erfassung eventueller neuer Krebsvorstadien erforderlich.

 

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Die moderne Endoskopie hat somit ein enormes Potential zur Verhinderung oder rechtzeitigen organschonenden Therapie von Krebs des Magen-Darm-Traktes. Voraussetzung ist ein rechtzeitiger Einsatz bei Beschwerden sowie im Rahmen empfohlener Vorsorgeuntersuchungen. Die Erkennung früher Krebsstadien erfordert dabei eine ausreichende Expertise des Untersuchers und den Einsatz hochauflösender Instrumente. Bei verdächtigen Befunden können ergänzende Spezialuntersuchungen in Zentren durchgeführt werden, die dem Patienten dann auch eine differenzierte Therapie anbieten können.

 

 

Verfasser

 

Prof. Dr. Horst Neuhaus

Evangelisches Krankenhaus Düsseldorf

Kirchfeldstr. 40

D – 40217 Düsseldorf

medizinischeklinik@evk-duesseldorf.de  

www.evk-duesseldorf.de

 


Quelle: Pressemeldung der Firma Olympus anlässlich des 9. Internationalen Symposiums: „Diagnostische und therapeutische Endoskopie“, 2./3. Februar 2007, Düsseldorf (John Warning Corporate Communications) (tB).

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