MEDIZIN

DOC-CHECK LOGIN

Neue Therapieoption bei bipolaren Störungen

Seroquel Prolong® zur Behandlung manischer und depressiver Phasen

 

Bonn  (13. Februar 2009) – Seit dem 19. Januar 2009 ist Seroquel Prolong® (Quetiapinhemifumarat) in Deutschland zur Behandlung von schweren depressiven Phasen und mittelschweren bis schweren manischen Phasen einer bipolaren Störung zugelassen. Die Zulassung beinhaltet sowohl die Akut- als auch die Erhaltungstherapie. Damit steht erstmals ein Medikament uneingeschränkt für die Behandlung schwerer akuter Phasen einer bipolaren Störung zur Verfügung. Die gute Wirksamkeit in beiden Phasen der Erkrankung bietet Ärzten und Patienten die Chance auf eine größere Stabilität in der Therapie und kann maßgeblich zur Verbesserung der Compliance beitragen.

 

Bipolare Störungen stellen eine große Herausforderung dar. Professor Thomas Schläpfer, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinik Bonn, betonte, dass eine nachhaltige Therapie bei bipolaren Störungen komplex ist. Meist müssen verschiedene Medikamente eingesetzt werden, deren Wirkungs- und Nebenwirkungsprofile auf den jeweiligen Patienten zugeschnitten sein müssen. Weiter führte er aus, dass depressive Phasen im Verlauf der Erkrankung häufiger auftreten und länger anhalten als manische Phasen. Auch ist der Leidensdruck der Patienten in der Depression größer als in der Manie.

 

In der Behandlung bipolarer Störung müssen Patienten und Ärzte bislang einen häufigen Wechsel der Medikation in Kauf nehmen. Dies ist notwendig, weil die meisten Präparate entweder antimanisch oder antidepressiv wirken. Die aktuelle Zulassung bietet nun erstmals die Möglichkeit, beide Krankheitspole wirksam mit nur einem Medikament zu behandeln.

 

Eine Erklärung für die gute Wirksamkeit von Seroquel Prolong® sowohl bei manischen als auch bei depressiven Phasen einer bipolaren Störung bietet das spezielle Rezeptorbin­dungsprofil von Quetiapin. „Zusammen mit seinem aktiven Metaboliten Norquetiapin wirkt Quetiapin auf die Transmittersysteme, die maßgeblich mit affektiven Störungen und Psychosen in Verbindung stehen, Dopamin, Serotonin und Noradrenalin“, erklärte Professor Peter Bräunig, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Vivantes Humboldt-Klinikum Berlin. „Insofern ist die durch Studien belegte gute Wirksamkeit auf depressive Symptome auch pharmakologisch fundiert.“

 

Die Behandlung manischer Phasen mit Quetiapin ist in Deutschland eine gut etablierte Therapie (1). In klinischen Studien konnte der Wirkstoff auch in der Behandlung akuter depressiver Phasen überzeugen. So verbesserte sich in den BOLDER-Studien die depressive Symptomatik unter Quetiapin im Vergleich zu Placebo signifikant, wobei die antidepressive Wirkung von Quetiapin bereits innerhalb der ersten Woche einsetzte. Gleichzeitig konnte unter Quetiapin das Switchrisiko deutlich reduziert werden (2), (3). Diese Ergebnisse wurden in den EMBOLDEN-Studien bestätigt. Quetiapin zeigte hier wieder eine signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo. Die Wirksamkeit von Paroxetin (4), einem SSRI-Antidepressivum, und Lithium (5) verblieb hingegen während der gesamten Studiendauer auf Placebo-Niveau.

 

 

Weiterführende Informationen

Werbung

Bipolare Störungen sind gekennzeichnet durch große Unterschiede in der Symptomatik der beiden Akutphasen und der jeweiligen Therapieoptionen. Die meisten stimmungsstabili­sierenden Medikamente wirken entweder vorwiegend auf manische oder auf depressive Symptome. Für die Behandlung manischer Phasen stehen weitaus mehr Therapieoptionen zur Verfügung. Im Verlauf einer bipolaren Störung treten jedoch depressive Symptome häufiger auf.

 

In der Behandlung akuter depressiver Phasen werden auch klassische Antidepressiva eingesetzt. Dabei besteht aber die Gefahr, einen unmittelbaren Phasenwechsel von der depressiven in die manische Phase auszulösen. Diese Switches wiederum werden mit einer Beschleunigung des Phasenwechsels bis hin zu einem „Rapid Cycling“-Verlauf in Verbindung gebracht.

 

Mit Seroquel Prolong® besteht nun erstmals die Möglichkeit, beide Krankheitspole einer bipolaren Störung in Monotherapie wirksam zu behandeln. Die empfohlene Tagesdosis beträgt dabei 300 mg Quetiapin pro Tag für depressive Phasen. Abhängig vom Ansprechen des Patienten kann eine Dosiserhöhung bis zu einer Tagesdosis von 600 mg Quetiapin erfolgen. Die therapeutische Dosis zur Behandlung von manischen Phasen beträgt 800 mg und wird mit Seroquel Prolong® am dritten Tag erreicht. Die empfohlene Tagesdosis in der Erhaltungstherapie liegt bei 600 mg.

 

 

Wirkungsmechanismus Seroquel Prolong®: Seroquel Prolong® weist ein besonderes Rezeptorbindungsprofil auf, das sich von anderen atypischen Neuroleptika unterscheidet. Der Wirkstoff Quetiapin und sein wichtigster aktiver Metabolit Norquetiapin beeinflussen sowohl die dopaminerge, als auch die serotonerge und noradrenerge Neurotransmission. Damit wirkt Seroquel Prolong® auf die drei Transmittersysteme, die maßgeblich mit affektiven Störungen und Psychosen in Verbindung stehen. Photo: AstraZeneca

 

Wirkungsmechanismus Seroquel Prolong®: Seroquel Prolong® weist ein besonderes Rezeptorbindungsprofil auf, das sich von anderen atypischen Neuroleptika unterscheidet. Der Wirkstoff Quetiapin und sein wichtigster aktiver Metabolit Norquetiapin beeinflussen sowohl die dopaminerge, als auch die serotonerge und noradrenerge Neurotransmission. Damit wirkt Seroquel Prolong® auf die drei Transmittersysteme, die maßgeblich mit affektiven Störungen und Psychosen in Verbindung stehen. Photo: AstraZeneca

 

 

 

Gute Wirksamkeit in der Behandlung akuter depressiver Phasen: Klinische Studien belegen die gute Wirksamkeit von Quetiapin in der Behandlung akuter depressiver Symptome bei Patienten mit bipolaren Störungen. In den BOLDER-Studien (gepoolte Daten aus BOLDER I+II) verbesserte sich der MADRS-Gesamtscore von Bipolar-I-Patienten nach 8 Wochen um -19,4 Punkte unter 300 mg und um -19,6 Punkte unter 600 mg Quetiapin, verglichen mit -12,6 Punkten unter Placebo. Die antidepressive Wirkung von Quetiapin setzte bereits innerhalb der ersten Woche ein. Photo: AstraZeneca

 

Gute Wirksamkeit in der Behandlung akuter depressiver Phasen: Klinische Studien belegen die gute Wirksamkeit von Quetiapin in der Behandlung akuter depressiver Symptome bei Patienten mit bipolaren Störungen. In den BOLDER-Studien (gepoolte Daten aus BOLDER I+II) verbesserte sich der MADRS-Gesamtscore von Bipolar-I-Patienten nach 8 Wochen um -19,4 Punkte unter 300 mg und um -19,6 Punkte unter 600 mg Quetiapin, verglichen mit -12,6 Punkten unter Placebo. Die antidepressive Wirkung von Quetiapin setzte bereits innerhalb der ersten Woche ein. Photo: AstraZeneca

 

  1. Vieta E et al. Quetiapine monotherapy for mania associated with bipolar disorder: combined analysis of two international, double-blind, randomised, placebo-controlled studies. Curr Med Res Opin. 2005 Jun;21(6):923-34.
  2. Calabrese JR et al. A Randomized, Double-Blind, Placebo-controlled Trial of Quetiapin in the Treatment of Bipolar I or II Depression. Am J Psychiatry 2005; 162: 1351-1360.
  3. Thase ME et al. Efficacy of Quetiapin Monotherapy in Bipolar I und II Depression: A Double-blind, Placebo-controlled Study (The BOLDER II Study). J Clin Psychopharmacol 2006; 26: 600-609.
  4. McElroy S et al. A Double-Blind, Placebo-Controlled Study with Acute and Continuation Phase of Quetiapine in Adults with Bipolar Depression (EMBOLDEN II). 3rd Biennial Conference of the International Society for Bipolar Disorders, Delhi, India, 27.-28. January 27-28, 2008, Agra, India, January 30, 2008.
  5. Young AH et al. A Double-Blind, Placebo-Controlled Study with Acute and Continuation Phase of Quetiapine in Adults with Bipolar Depression (EMBOLDEN I). 3rd Biennial Conference of the International Society for Bipolar Disorders, Delhi, India, January 27-28, 2008, Agra, India, January 30, 2008.


Download

Abstract_Braeunig.pdf Abstract_Braeunig.pdf (16.66 KB)

Factsheet_BOLDER_I+II.pdf Factsheet_BOLDER_I+II.pdf (95.00 KB)
Factsheet_EMBOLDEN_I.pdf Factsheet_EMBOLDEN_I.pdf (92.17 KB)
Factsheet_EMBOLDEN_II.pdf Factsheet_EMBOLDEN_II.pdf (95.00 KB)

Hintergrund_Bipolare_Stoerungen.pdf Hintergrund_Bipolare_Stoerungen.pdf (57.37 KB)
Hintergrund_Wirkungsmechanismus.pdf Hintergrund_Wirkungsmechanismus.pdf (56.98 KB) 


 

Quelle: Pressekonferenz der Firma AstraZeneca zum Thema "Neue Therapieoption bei bipolaren Störungen – Seroquel Prolong (R) zur Behandlung manischer und depressiver Patienten (GCI HealthCare) (tB).

MEDICAL NEWS

Monoclonal antibody therapy for COVID-19 safe, effective for transplant patients
Having trouble falling asleep predicts cognitive impairment in later life
SARS-CoV-2 detectable — though likely not transmissible — on hospital…
Waking just one hour earlier cuts depression risk by double…
Moving one step closer to personalized anesthesia

SCHMERZ PAINCARE

Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern
Wenn Schmerzen nach einer OP chronisch werden

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…

ONKOLOGIE

Risikobasiertes Brustkrebs-Screening kosteneffektiv
Krebs – eine unterschätzte finanzielle Herausforderung
Cannabidiol gegen Hirntumore
Assistierte Selbsttötung bei Krebspatienten: Regelungsbedarf und Ermessensspielraum
Leberkrebs: Bei welchen Patienten wirkt die Immuntherapie?

MULTIPLE SKLEROSE

Patienteninformationen zu Interferon-beta-Präparaten
Zulassung des S1P Modulators Ponesimod zur Behandlung von erwachsenen Patienten…
Neue S2k-Leitlinie für Diagnostik und Therapie der Multiplen Sklerose
Krankheitsbezogenes Kompetenznetz Multiple Sklerose: Stellungnahme zu SARS CoV 2 Impfdaten…
Schwangere mit MS: Schadet Schubbehandlung dem Ungeborenen?

PARKINSON

Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung
Neuer Bewegungsratgeber unterstützt Menschen mit M. Parkinson durch Yoga