Pollenflug automatisch messen

 

Abb.: Die neuartigen Stationen messen künftig den aktuellen Pollenflug vollautomatisch und schicken die Daten an den deutschen Wetterdienst. Photo: Fraunhofer FITMünchen (2. Februar 2009) – Der Schnee taut, die ersten Krokusse kämpfen sich durch die kalte Erde ans Tageslicht – und Heuschnupfengeplagte zücken wieder die Taschentücher. Neuartige Mess-Stationen sollen die Pollenzahl automatisch ermitteln und so die Vorhersage verbessern.

"Und nun die Pollenvorhersage für morgen: Erle und Hasel fliegen schwach…" – zwar kennt man solche Meldungen aus Radio und Fernsehen, ihre Zuverlässigkeit lässt jedoch oft zu wünschen übrig. Die Vorhersage basiert auf dem Wetter und der Zahl der momentan fliegenden Pollen. Das Problem: Es gibt nur wenig aktuelle Daten zum Pollenflug, denn sie zu ermitteln ist aufwändig. Umgebungsluft strömt auf ein Stück Klebeband, die Pollen bleiben haften. Labormitarbeiter untersuchen die fixierten Pollen unter dem Lichtmikroskop und zählen die Anzahl der verschiedenen Blütenstaub-Körnchen. Eine langwierige Prozedur, die nur an ausgewählten Stellen durchgeführt wird. Für eine optimale Vorhersage ist ein dichteres Netz an Messstationen nötig.

Der Deutsche Wetterdienst hat daher 15 neuartige Messstationen bestellt: Forscher des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT in Sankt Augustin und für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM in Hannover haben sie mit ihren Kollegen der Helmut Hund GmbH entwickelt.

 

Der Clou liegt in der Auswertung: Die Stationen ermitteln die Pollenzusammensetzung vollautomatisch und senden die Daten an den Wetterdienst. "Dazu saugen die Stationen, die in einem großen Gehäuse untergebracht sind, eine kontrollierte Menge Luft an. Die darin enthaltenen Pollen werden von Verunreinigungen getrennt und auf einem Träger abgeschieden", sagt Prof. Dr. Thomas Berlage, Institutsdirektor am FIT. Auf dem Objektträger, einer dünnen Glasscheibe, befindet sich ein Gel: In dieses sinken die Pollen ein. Ein Lichtmikroskop nimmt automatisch Bilder der Pollen auf.

 

Die Schwierigkeit: Auf den zweidimensionalen Bildern erscheinen die überwiegend kugelförmigen Pollen – egal ob Birke, Hasel oder Erle – nur als Kreise. Dreidimensional gesehen weisen die verschiedenen Pollenarten jedoch Unterschiede auf, etwa Einbuchtungen. "Das Mikroskop untersucht daher 70 verschiedene Schichten, indem sich der Fokus automatisch 70mal verstellt", erklärt Berlage. Mal ist die höchste Stelle einer Polle scharf zu sehen, mal die Mitte. Für jede Ebene errechnet das System die Stellen, die am schärfsten abgebildet sind. Alle diese Punkte fügt es zu einem zweidimensionalen Bild zusammen, das die dreidimensionale Information enthält – das Bild zeigt quasi die "plattgedrückte" obere Hälfte der Polle. Hat eine Polle dort eine Einbuchtung, so ist dies auf dem Bild zu erkennen. Daraus berechnet das System bestimmte mathematische Merkmale, vergleicht diese mit einer Datenbank und bestimmt die Pollenart. Innerhalb von ein bis zwei Stunden liegen die Ergebnisse vor und werden über eine Netzwerkverbindung an den Wetterdienst geschickt.

 


 

Quelle: Pressemitteilung der Fraunhofer-Gesellschaft vom 02.02.2009 (tB).

MEDICAL NEWS

New guidance to prevent the tragedy of unrecognized esophageal intubation
Overly restrictive salt intake may worsen outcomes for common form…
COVID-19 vaccines are estimated to have prevanented 20 million deaths…
Novel sleep education learning modules developed for nurse practitioners
Scientists discover how salt in tumours could help diagnose and…

SCHMERZ PAINCARE

Aktuelle Versorgungssituation der Opioidtherapie im Fokus
Individuelle Schmerztherapie mit Opioiden: Patienten im Mittelpunkt
Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…

DIABETES

Menschen mit Diabetes während der Corona-Pandemie unterversorgt? Studie zeigt auffällige…
Suliqua® zur Therapieoptimierung bei unzureichender BOT
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Kaltplasma bei diabetischem Fußsyndrom wirkt via Wachstumsfaktoren
Typ-1-Diabetes: InRange – auf die Zeit im Zielbereich kommt es…

ERNÄHRUNG

Gesunde Ernährung: „Nicht das Salz und nicht das Fett verteufeln“
Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?

ONKOLOGIE

Nahrungsergänzungsmittel während der Krebstherapie: Es braucht mehr Bewusstsein für mögliche…
Fusobakterien und Krebs
Fortgeschrittenes Zervixkarzinom: Pembrolizumab verlängert Leben
Krebspatienten unter Immuntherapie: Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko für schwere…
Aktuelle Kongressdaten zum metastasierten Mammakarzinom und kolorektalen Karzinom sowie Neues…

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Analysen aus Münster erhärten Verdacht gegen das Epstein-Barr-Virus
Aktuelle Daten zu Novartis Ofatumumab und Siponimod bestätigen Vorteil des…
Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…