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Morbus Niemann-Pick Typ C – aktuelle Daten zur Diagnostik und Therapie

Von Prof. Dr. Thorsten Marquardt, Münster

 

Wiesbaden (18. April 2009) – Der Morbus Niemann-Pick-Typ-C (M. NPC) ist eine lysosomale Speicher­erkrankung, die auf dem gestörten intrazellulären Transport von Glyko­lipiden beruht. Dies führt dazu, dass sich Cholesterin, Sphingosin, Sphingomyelin, Ganglioside, Galactosyl- und Lacto­sylzeramid in den Lysosomen anstauen.

 

Es sind zwei Gene in die Pathogenese des M. NPC involviert: das NPC1-Gen sowie NPC2-Gen. Mehr als 95 % der Patienten weisen die Muta­tionen in NPC1-Gen auf. Betroffene Patienten haben häufig eine Splenomegalie, leiden aber oft auch unter neurologischen Symptomen wie Ataxie, Krampfanfällen und verlangsamten Bewegungsabläufen. Charakteristisch ist die vertikale Blickparese. Kata­plexie, psychiatrische Symptome und dystone Bewegungs­störungen werden wenige häufig beobachtet. Erste klinische Symp­tome der Erkrankung können bereits intrauterin mit Nachweis eines Aszites auftreten, sich jedoch auch erst im hohen Erwachsenenalter manifestieren. Eine Hepatopathie ist Leitsymptom der frühinfantilen Verlaufsform. Spätinfantile Verlaufsformen sind durch verzögerte motorische Entwicklung und progrediente Neurodegeneration charakterisiert. In Erwachsenenalter werden häufig psychiatrische Symptome als erstes wahrgenommen. Somit ist der NPC eine wichtige Differenzialdiagnose unterschiedlicher Manifestationen, wie chole­statische Hepatopathie, Splenomegalie und Enzephalopathie. Die Erkrankung führt zu einer Erhöhung der Chitotriosidase im Plasma, was zu diagnostischen Zwecken genutzt werden kann. Die weitergehende Diagnostik besteht in dem sogenannten Filipin-Test, bei dem der gestörte Cholesterin-Transport in Fibroblasten visualisiert wird, bzw. in der direkten genetischen Analyse.

 

Der M. NPC ist nicht heilbar. Allerdings steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit Miglustat (Zavesca®) die einzige wirksame und ver­fügbare Medikation zur Therapie der progressiven neurologischen Manifestationen bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit M. NPC zur Verfügung. Durch Miglustat kann die Synthese von Glycosphingolipiden gehemmt werden, was zu einer Entspeicherung der neuronalen Lysosomen verbunden mit einem in klinischen Studien belegten günstigeren neurologischen Outcome führt. Die Wirksamkeit von Zavesca® bei Patienten mit M. NPC wurde in einer klinischen, randomisierten, doppelblinden Studie mit 29 erwachsenen und jugend­lichen Patienten über einen Studienzeitraum von 12 Monaten, gefolgt von einer Verlängerungsphase mit durchschnittlicher Gesamt­dauer von 3,9 Jahren, nachgewiesen. Insgesamt zeigten die Daten, dass die Progression klinisch relevanter neurologischer Symptome durch eine Behandlung mit Zavesca® aufgehalten werden kann.

 

Die Dosierung erfolgt bezogen auf die Körperoberfläche, die tägliche Dosis sollte bei 1 x 100 mg bis 3 x 200 mg liegen.

 

 

 Abbildung 1

 

Abbildung 1

 

 

Abbildung 2 

 

Abbildung 2

 

 

Abbildung 3 

 

Abbildung 3

 

 

 


 

Quelle: Satelliten-Symposium der Firma Actelion zum Thema „Lysosomale Speicherkrankheiten – der Patient im Fokus“ am 18.04.2009 in Wiesbaden, anlässlich des 115. DGIM Kongress 2009 (Cramer-Gesundheits-Consulting) (tB).

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