"Bauchentscheidungen – wissen, was jetzt gut ist“

Informationskampagne zur vorgeburtlichen Diagnostik für einen unverstellten Blick auf Schwangerschaft

 

Karlsruhe (7. November 2011) – Schwanger zu sein ist die natürlichste Sache der Welt. Doch die damit einhergehenden körperlichen Veränderungen und umwälzenden Auswirkungen führen bei vielen Frauen zu Verunsicherungen und zu Ängsten – eine normale Reaktion auf so viel Ungewissheit. Dem Umfeld der Schwangeren, meistens die Familie, fehlt es oft an Unterstützungsmöglichkeiten. Mit zurück gehenden Kinderzahlen verlieren Erfahrungswissen und sozialer Austausch im Umgang mit Schwangerschaft und dem Kinderkriegen zudem an Bedeutung.

 


An deren Stelle treten immer häufiger Angebote einer medizinischen Rundumkontrolle. Schwangere Frauen sollen sehr viele Untersuchungen machen – auch wenn alles normal verläuft. Tatsächlich tut es in dieser Situation Frauen gut, wenn man ihnen Normalität und ein Gefühl der Sicherheit vermittelt und ihr Vertrauen in die eigenen Kräfte und Fähigkeiten bestärkt. Ein übertriebener medizinischer Blick auf Schwangerschaft entmündigt hingegen schwangere Frauen und lenkt ihre Aufmerksamkeit einseitig auf mögliche Gesundheitsgefahren. Der für die Eltern-Kind-Beziehung so wichtige frühe emotionale Bezug zum Kind wird beeinträchtigt oder vom Ergebnis medizinischer Tests abhängig gemacht („Schwangerschaft auf Probe“). Ausufernde Angebote vorgeburtlicher Diagnostik gefährden die Balance zwischen der Stärkung der Eigenkompetenzen gesunder Frauen und einer angemessenen medizinischen Betreuung in echten Risikosituationen.

 

 

Die gemeinsam von der Arbeiterwohlfahrt, Bundesverband e.V., dem Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft, AKF e.V. und dem Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik getragene Informationskampagne „Bauchentscheidungen – wissen, was jetzt gut ist“ will Frauen darin bestärken, einen eigenen Weg im Umgang mit den vielfältigen Angeboten einer medizinisch überwachten Schwangerschaft zu finden.


Ein Leporello soll schwangere Frauen und ihre Partner/innen ermuntern, einen anderen Blick zu riskieren. Auch eine Ablehnung oder ein kritischer Umgang mit den Verfahren vorgeburtlicher Tests muss möglich sein. Cartoons bringen die Fragwürdigkeit eines Verständnisses auf den Punkt, das Schwangerschaft generell als ein behandlungsbedürftiges Unterfangen begreift. Kurze Texte zeigen die Risiken und Nebenwirkungen eines Ansatzes auf, der auf existenzielle Fragen schwangerer Frauen allein medizinisch-technische Antworten gibt.

Die Begleitbroschüre „Bauchentscheidungen – aber mit Köpfchen“ richtet sich an MultiplikatorInnen, die mit schwangeren oder potenziell schwangeren Frauen zu tun haben, an BeraterInnen, ÄrztInnen, Hebammen, sowie in Selbsthilfe- und Behindertenorganisationen, in der Bildungsarbeit und in Wissenschaft und Politik engagierte Menschen. Die Broschüre unterlegt die Aussagen des Leporello mit Hintergrundinformationen, erörtert die absehbare, weitere Entwicklung der Gendiagnostik vor und während der Schwangerschaft und untersucht die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe für den Wandel im Umgang mit Schwangerschaft und Kindern.

Beide Materialien können bestellt und auf den Homepages der beteiligten Organisationen eingesehen bzw. heruntergeladen werden. Ein Nachdruck des Leporellos ist ausdrücklich erwünscht.

Wir danken der Aktion Mensch für die finanzielle Unterstützung.

 


 

Quelle: Deutscher HebammenVerband e.V., 07.11.2011 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung