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Eine Leber – Ein Leben
Viread® (Tenofovirdisoproxilfumarat) – jetzt auch zur Therapie der chronischen Hepatitis B

Hepatitis-B-Virus Photo: Gilead SciencesMartinsried (25. April 2008) – Viread ® (Tenofovirdisoproxilfumarat), das seit vielen Jahren sehr erfolgreich in der Therapie von HIV-Infektionen zum Einsatz kommt, wurde am 23. April 2008 von der europäischen Arznei­mittel­behörde EMEA zur Behandlung der chronischen Hepatitis B zu­gelassen. Viread® konnte in mehreren klinischen Studien seine sehr hohe antivirale Potenz und seine gute Verträglichkeit auch für die chronische Hepatitis B belegen. Nach der Zulassung steht das Medikament in dieser Indikation in 27 Ländern der Europäischen Union zur Verfügung.

Die Zulassung von Viread® zur Therapie der chronischen Hepatitis B basiert auf zwei multizentrischen, randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studien mit insgesamt über 600 erwachsenen Patienten, in denen Viread® mit dem derzeitigen Therapiestandard Hepsera® (Adefovirdipivoxil) verglichen wurde.

In beiden Studien wurden die Patienten 48 Wochen lang entweder mit einer Tagesdosis von 245 mg Tenofovirdisoproxil (als Fumarat) oder 10 mg Adefovirdipivoxil behandelt. Ziel der Therapie einer chronischen Hepatitis B ist die anhaltende Senkung der Viruslast unter die Nachweisgrenze, da dies der entscheidende prognostische Faktor ist. Entsprechend wurden die Studien­endpunkte gewählt: Primärer Endpunkt war in beiden Untersuchungen ein komplettes Ansprechen in Woche 48 (Serum-HBV-Titer unter 400 Kopien/ml und histologische Verbesserung um mindestens 2 Punkte im Knodell-Entzündungsscore ohne Zunahme der Fibrose). Während in die Studie 103 (1) nur Patienten eingeschlossen wurden, die mit dem Wildtyp des Hepatitis-B-Virus infiziert waren (HBeAg-positive Patienten), waren alle in Studie 102 (2) eingeschlossenen Patienten mit der auch in Deutschland zunehmenden HBeAg-negativen Erkrankungsform infiziert (HBeAg-negative Patienten).

Effektive Virussuppression unabhängig von HBeAg-Status
In beiden Studien zeigte Viread® eine signifikant höhere antivirale Wirksamkeit auf als Hepsera®: Nach 48 Wochen lagen 93 Pro­zent der HBeAg-negativen Patienten und 76 Prozent der HBeAg-positiven Pa­tienten unter der Grenze von 400 Kopien/ml (vs. 63 bzw. 13 Prozent unter Hepsera®). Ein komplettes An­sprechen in Woche 48 erzielten unter Viread® 71 Prozent der HBeAg-negativen bzw. 67 Prozent der HBeAg-positiven Patienten im Vergleich zu 49 bzw. 13 Prozent unter Hepsera® (p<0,001). Ein HBsAg-Verlust konnte nach einem Jahr bei 3 Prozent der HBeAg-positiven Patienten erzielt werden. Im Beobachtungs­zeitraum von einem Jahr war keine Resistenz­entwicklung gegen Viread® zu verzeichnen.

Viread Zusammenfassung

Vortherapie mit Lamivudin ohne Einfluss auf die Ansprechraten
Dass auch die Vorbehandlung der Patienten mit Lamivudin den Therapieerfolg nicht beeinflusst, zeigt eine Studie von van Bömmel et al., die auf der Jahres­tagung der AASLD (amerikanischer Leberkongress) im November 2007 in Boston vorgestellt wurde. In dieser retrospektiven Kohortenstudie (3) („Berliner Kohorte“) wurde die Langzeitwirksamkeit und die Verträglichkeit unter einer Monotherapie mit Viread® bei 108 vorbehandelten Patienten untersucht. Zu Studien­beginn lag die Viruslast im Median über 104 Kopien/ml, die durch­schnittliche Behandlungs­dauer mit Viread® betrug 20 Monate. Die meisten Patienten waren mit Lamivudin und/oder Hepsera® vor­behandelt und bei 60 Prozent lag eine bestätigte Resistenz gegen Lamivudin (YMDD-Mutation) vor.

Primärer Endpunkt war eine Viruslast von <400 Kopien/ml. Dieses Ziel konnte nach zwölf Monaten bei 90 Prozent aller Patienten erreicht werden. Bis zum Ende der Beobachtungszeit konnte eine HBeAg-Sero­konversion bei 21 Prozent der Patienten erzielt werden (im Mittel nach elf Monaten) und ein HBsAg-Verlust bei 2,7 Prozent (im Mittel nach 17 Monaten). Das Ansprechen war dabei unabhängig von der Vorbehandlung, das Vor­handensein einer Lamivudin-Resistenz war ohne Bedeutung. Im Beobach­tungszeitraum konnte kein virologischer Rückfall unter Viread® beobachtet werden.


Bewährtes Sicherheitsprofil
Viread® war in allen Studien gut verträglich. Die Sicherheit des Arzneimittels ist durch Erfahrungen aus der HIV-Therapie mit 1,5 Millionen Patientenjahren gut dokumentiert.

Literatur

  1. Studie 103 – Heathcote J et al.: Late-Breaker Session #LB6, Annual Meeting of the American Association for the Study of Liver Disease (The Liver Meeting 2007), 2.-6. November, Boston, Massachusetts, USA, Viread® Fachinformation, Stand Mai 2008
  2. Studie 102 – Marcellin P et al.: Late-Breaker Session #LB2, Annual Meeting of the American Association for the Study of Liver Disease (The Liver Meeting 2007), 2.-6. November, Boston, Massachusetts, USA, Viread® Fachinformation, Stand Mai 2008
  3. van Bömmel F et al.: Vortrags-Nr.83, Annual Meeting of the American Association for the Study of Liver Disease (The Liver Meeting 2007), 2.-6. November, Boston, Massachusetts, USA

 

 
Quelle: Einführungspressekonferenz der Firma Gilead Sciences zum Thema „Eine Leber. Ein Leben. Viread®“ am 17.04.2008 in Frankfurt (3K-Agentur für Kommunikation).

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