Pict.: Almost scar-less navel of a patient after LESS surgery. Photo: Olympus HoldingVon der narbenfreien LESS-Chirurgie profitieren Patient und Chirurg gleichermaßen

 

LESS – Laparo-Endoscopic Single-Site – Chirurgie findet einen schnell wachsenden Bereich an klinischen Anwendungen

 

Genf (16. Juni 2010) – LESS (Laparo-Endoscopic Single-Site)-Chirurgie ist eine der innovativsten Methoden in der sogenannten Schlüsselloch-Chirurgie. Bei dieser Art des Eingriffs können Chirurgen sowohl eine Kamera als auch eine Reihe von Instrumenten durch eine kleine Inzision einführen. Die kosmetischen Ergebnisse sind ausgezeichnet. Deshalb wird ab sofort die narbenfreie Chirurgie für die Patienten gewissermaßen Wirklichkeit.

 

LESS-Prozeduren können effizient und sicher durchgeführt werden, und die Ergebnisse werden aufgrund der ausgezeichneten kosmetischen Ergebnisse und der nach dem Eingriff folgenden raschen Genesung ausnahmslos sehr geschätzt. Die Single-Site-Schlüssellochchirurgie hat das Potenzial, Standard in der Heilbehandlung von den am häufigsten durchgeführten Eingriffen in den Bereichen der allgemeinen, urologischen und gynäkologischen Chirurgie zu werden. Heutzutage ist beispielsweise die Durchführung von Cholezystektomien (Gallenblasenentfernung) mit dem LESS-Verfahren schon weit verbreitet.

 

Die minimal-invasive Chirurgie (MIS = Minimally Invasive Surgery) findet nun ihre Weiterentwicklung in der LESS-Chirurgie mit Eingriffen, die anstelle von vier oder fünf kleinen Inzisionen nur noch eine kleine Inzision erfordern, die meistens sogar im Nabel verborgen ist. Durch die Reduzierung von Inzisionen ist nicht nur das

 

kosmetische Ergebnis besser, sondern die mit diesen kleinen Inzisionen verbundenen Komplikationen wie Wundinfektionen, Blutungen, Narbenbrüche oder Verletzungen an inneren Organen in unmittelbarer Nähe der Inzisionsstellen konnten ebenfalls gesenkt werden.

 

Dank der LESS-Chirurgie sind heutzutage chirurgische Eingriffe mit einer einzelnen Inzision und einem einzelnen Port möglich, wodurch Verletzungen beim Zugang in den Bauchraum reduziert und nahezu narbenfreie kosmetische Ergebnisse erzielt werden.

 

Die Single-Site-Chirurgie wurde seit der Entwicklung und Einführung der neuen speziellen weiterentwickelten Zugangs-Ports wesentlich verbessert. Olympus hat kürzlich zusätzlich zum TriPort den QuadPort auf den Markt gebracht. Diese Ports ermöglichen die gleichzeitige Einführung von bis zu vier chirurgischen Instrumenten über nur eine einzige Inzision. In Kombination mit den speziellen Handinstrumenten einschließlich der S-förmig gebogenen, wieder verwendbaren HiQ LS-Instrumente und den Kameras mit flexibler Spitze wie dem EndoEYE bietet Olympus ein perfekt abgestimmtes System für alle LESS-Prozeduren. Weitere technologische Verbesserungen und die zunehmende chirurgische Erfahrung tragen zum raschen Anstieg von klinischen Anwendungen in der LESS-Chirurgie bei.

 

Obgleich die traditionelle laparoskopische Chirurgie gegenüber der konventionellen laparoskopischen Multi-Port-Chirurgie Vorteile bietet wie weniger Schmerzen, kürzere Genesungszeiten und bessere kosmetische Ergebnisse, steckt in der LESS-Chirurgie jede Menge Potenzial, um diese Vorteile noch weiter zu verbessern. Die LESS-Chirurgie bietet sowohl für den Patienten als auch für den Chirurgen viele zusätzliche Vorteile. Die Single-Site-Chirurgie senkt Verletzungen, in dem mehrere Zugangsstellen im Abdomen gelegt werden, während nahezu narbenfreie Ergebnisse erreicht werden. Weniger Schmerzen, weniger postoperative Komplikationen und weniger Blutungen, schnellere Genesung und kürzere Krankenhausaufenthalte sind zusätzliche potenzielle Vorteile.

 

Professor Dr. Michel Degueldre vom Saint-Pierre-Hospital in Brüssel, Belgien, setzt die Technologie bei gynäkologischen Eingriffen einschließlich der Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) und der Sterilisationsumkehr (Reanastomose der Tuben) ein. “Die LESS-Prozedur ermöglicht im Vergleich mit Multi-Port-Operationen sichere uterale Operationen mit kürzeren Klinikaufenthalten”, sagte Professor Degueldre während der Pressekonferenz anlässlich des 18. internationalen Kongresses der "European Association for Endoscopic Surgery (EAES) 2010" in Genf. Die Akzeptanz seitens des Patienten nimmt ebenso zu wie die klinische Erfahrung und das Wissen um die Vorteile der Technologie.

 

 

Abb.: Nahezu narbenfreier Nabel eines Patienten nach dem LESS-Eingriff. 

 

Abb.: Nahezu narbenfreier Nabel eines Patienten nach dem LESS-Eingriff.

 

 

"Nach meiner laparoskopischen umbilikalen Single-Site-Pankreasoperation hatte ich keinerlei Schmerzen und konnte unmittelbar nach meinem Klinikaufenthalt schon wieder Radfahren. Es ist keine Narbe zurückgeblieben", sagte ein Patient von Professor Dr. Helmut Weiss vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Salzburg, Österreich. Professor Weiss hat festgestellt, dass seine Patienten eine hohe Akzeptanz für diese Prozedur zeigten, was nicht zuletzt auf die Minimierung von Operationsverletzungen zurückzuführen ist. Professor Dr. Jens-Uwe Stolzenburg von der Universität Leipzig, Deutschland, bestätigte, dass die Single-Site-Chirurgie die Zukunft sein wird: “In Kombination mit Ports, Instrumenten und Laparoskopen, die 3 mm oder kleiner (needlescopic) sind, liefert die laparoskopische Single-Site-Chirurgie optimale kosmetische Ergebnisse für den Patienten." Zusätzliche Studien, die die weiteren Vorteile der LESS-Prozedur aufzeigen, werden erwartet.

 

 

Ein schnell wachsender Bereich an klinischen Anwendungen für die LESS-Chirurgie

 

Durch weniger Inzisionen und weniger Operationsverletzungen verspricht die LESS-Chirurgie weniger Schmerzen und schnellere Genesung. Die LESS-Chirurgie wird erfolgreich in einem stetig wachsenden Bereich von Erkrankungen und einem Bereich von allgemeinen Anwendungen eingesetzt. Die meisten Prozeduren werden über den Nabel durchgeführt.

 

Der am häufigsten durchgeführte laparoskopische Eingriff ist die Cholezystektomie, d.h. die Entfernung der Gallenblase. Professor Weiss und sein Team führten mehr als 600 LESS-Eingriffe in den letzten beiden Jahren durch. Im Bereich der allgemeinen Chirurgie führt er Cholezystektomien, Appendektomien (Entfernung des Blinddarms) sowie Dickdarmoperationen, Splenektomien (Entfernung der Milz) durch und behebt Leistenbrüche. Darüber hinaus werden Eingriffe im Magen, in der Leber, im Pankreas oder in der Milz vorgenommen.

 

Im Bereich der Urologie werden verschiedene Eingriffe, die sowohl benigner als auch maligner Natur sind, durchgeführt. Dazu gehören Operationen der Nieren (Nephrektomie), der Nebennieren (Adrenalektomie) sowie die Pyeloplastie und Operationen der Prostata (Prostatektomie) sowie bei Blasenkrebs.

 

In der Gynäkologie sind Single-Port-Eingriffe im Uterus (Hysterektomie) und in den Ovarien (Oophorektomie) neue Anwendungsbereiche. Weitere klinische Anwendungen werden erwartet, um von den Vorteilen der LESS-Chirurgie in der Zukunft zu profitieren.

 

 

Download

 

 

 

 

 


Quelle: Press-Meeting of Olympus Europe Holding, „LESS – Laparo-Endoscopic Single Site – Surgery: The next Stepp in Minimally Invasive Surgery“, Geneva, 06/16/2010 (TBWA+ Healthcare Communication) (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung