Experten diskutieren im Rahmen des 50. Hamburger Hämophilie Symposions über aktuelle Veränderungen in der Versorgung von Hämophilie-Patienten

Das GSAV im klinischen Alltag und aus Sicht von Beteiligten:
Eine Standortbestimmung

 

Berlin/Hamburg (8. November 2019) – Mit Inkrafttreten des GSAV im August diesen Jahres ändern sich Versorgungsstruktur und Vertriebswege im Bereich der Hämophilie-Behandlung. Was verändert sich durch das neue System für Patienten, Behandler und Apotheker im klinischen Alltag? Wie wird die Patientenversorgung jetzt und auch in Zukunft sichergestellt? Über die Herausforderungen, die mit diesen Veränderungen einhergehen, sprechen Experten und Patientenvertreter gemeinsam mit dem Unternehmen Takeda, das mit Shire, jetzt Teil der Takeda Group, auf mehr als 70 Jahre Erfahrung in der Hämatologie zurückblickt.

Auf einem Pressefrühstück am 8. November 2019 im Rahmen des 50. Hamburger Hämophilie Symposions diskutieren Experten über das „Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung“ (GSAV), das im August 2019 verabschiedet wurde und nach einer Übergangsfrist am 15. August 2020 in Kraft tritt. Ein besonderes Augenmerk galt dabei dem Praxisbezug aus Sicht von Behandlern und Apothekern; aber auch Vertreter von Patientenorganisationen kamen zu Wort und ordneten die Veränderungen in der Versorgungsstruktur aus Patienten- und Angehörigensicht ein.

 

HHS: 50 Jahre Treffpunkt der Hämophilie-Community

Prof. Dr. med. Johannes Oldenburg, Direktor des Instituts für Experimentelle Hämatologie und Transfusionsmedizin, Leitung des Hämophilie-Zentrums Universitätsklinikum Bonn, erinnert sich: Seit er 1989 das erste Mal an dem HHS teilnahm, habe er keinen dieser Kongresse mehr verpasst. Durch das langjährige Bestehen sei das HHS mittlerweile so etwas wie ein Zeitzeuge der Hämophilie-Behandlung. Prof. Dr. Karin Kurnik, Oberärztin der Klinik, Leitung Pädiatrische Hämostaseologie & Hämophiliezentrum, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin sowie Hämostaseologie, Zentrum für Hämostaseologie, Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital, Klinikum der Universität München, bildet mit Prof. Oldenburg die wissenschaftliche Leitung des Kongresses und schildert die aktuellen Entwicklungen aus Sicht einer Pädiaterin: „Gerade der Einsatz halbwertszeitverlängerter Faktorpräparate, aber auch die Möglichkeiten der digitalen Therapiesteuerung sind im Behandlungsalltag bereits fest etabliert.“ Prof. Kurnik weist in ihrem Vortrag zum GSAV aber auch auf die neuen Herausforderungen in der Versorgungsstruktur hin.

 

GSAV: Umbruch einer bewährten Versorgungsstruktur

Hämophilie-Zentren in Deutschland sind ein gutes Beispiel für eine gelungene und etablierte Versorgungsstruktur. „Dazu gehörte bislang auch die bewährte Direktgabe von Hämophilie-Präparaten durch die ansässigen Fachärzte“, betont Priv.-Doz. Dr. med. Jürgen Koscielny, Leitung der Gerinnungsambulanz mit Hämophiliezentrum am Campus Charité Mitte im ambulanten Gesundheitszentrum, Berlin, und weist in seinem Vortrag auf die Gefährdung der über Jahre mühsam aufgebauten Zentrumsstruktur hin. Durch eine Änderung von § 47 (Abs. 1 S. 1 Nr. 2 a) AMG sollen alle Arzneimittel zur spezifischen Behandlung von Blutgerinnungsstörungen bei Hämophilie nun über Apotheken vertrieben werden – und nicht mehr über Hämophilie-Zentren (einheitlicher Vertriebsweg) (siehe Abb. 1). Auf dem Pressefrühstück verdeutlicht Apothekerin Claudia Neuhaus die neuen Herausforderungen durch den ab August 2020 geltenden Vertrieb aller Arzneimittel zur spezifischen Behandlung von Blutgerinnungsstörungen bei Hämophilie: „Für uns als Apotheker steht die optimale Versorgung der Patienten im Vordergrund. Diese können wir auf höchstem Niveau gewährleisten, weil wir jahrzehntelange Erfahrung mit Spezialarzneimitteln und individualisierter Medizin mitbringen und in deutschlandweiten Netzwerken – auch mit Hämophilie-Zentren – zusammenarbeiten.“ Frau Neuhaus ist die Inhaberin der seit 25 Jahren auf die Versorgung und Herstellung von Spezialarzneimitteln und individueller Medizin spezialisierten Witzleben Apotheken in Berlin.

 

Takeda informiert: GSAVheminfo.de

Die Diskussion unter den Experten macht deutlich: Die Versorgungsstruktur und auch die Vertragsstruktur im Bereich der Hämophilie-Behandlung ändert sich – mit Herausforderungen sowohl auf der Behandler- und Apotheker-, als auch auf der Patientenseite. Takeda setzt auch weiterhin alles daran, die Versorgung von Patienten mit anderen seltenen und komplexen Erkrankungen zu gewährleisten. Um dem Informationsbedarf bei dem wichtigen Thema GSAV und seinen Auswirkungen gerecht zu werden, können sich Betroffene ab sofort unter der Website GSAVheminfo.de zu allen wichtigen Themen rund um das GSAV informieren.

 

 

Abb.1 n

Abb.1: Umstellung des Vertriebsweges durch Inkrafttreten des GSAV. Modifiziert nach einer Abbildung von Prof. Dr. med. Johannes Oldenburg, Direktor Institut für Experimentelle Hämatologie und Transfusionsmedizin (IHT), Universitätsklinikum Bonn.

 

Über die Shire Deutschland GmbH, jetzt Teil der Takeda Group

Takeda ist ein forschungsgetriebenes, wertebasiertes und global führendes biopharmazeutisches Unternehmen mit Hauptsitz in Japan. Als größter japanischer Arzneimittelhersteller engagiert sich Takeda in 80 Ländern und Regionen weltweit dafür, Patienten mit wegweisenden medizinischen Innovationen eine bessere Gesundheit und eine schönere Zukunft zu ermöglichen. Takeda fokussiert seine Forschung auf die Therapiegebiete Onkologie, Gastroenterologie, Erkrankungen des zentralen Nervensystems und Seltene Erkrankungen – sowohl in eigenen Zentren als auch gemeinsam mit externen Experten. Außerdem investiert Takeda zielgerichtet in Forschungsaktivitäten in den Bereichen Plasmabasierte Therapien und Impfstoffe, um eine noch stabilere und vielfältigere Pipeline aufzubauen. Dabei steht der Patient mit seinen Bedürfnissen jederzeit im Mittelpunkt: Unsere Mitarbeiter engagieren sich täglich dafür, die Lebensqualität von Patienten weltweit zu verbessern und die Zusammenarbeit mit Partnern im Gesundheitswesen voranzutreiben.

Die Shire Deutschland GmbH, seit dem 8. Januar 2019 Teil der Takeda Group, und die Takeda Pharma Vertrieb GmbH & Co. KG, ergänzt durch weitere administrative Funktionen in Konstanz, steuern von Berlin aus die gesamten Takeda Aktivitäten für den deutschen Markt. Als Teil eines globalen Produktionsnetzwerkes betreibt Takeda in Deutschland Produktionsstätten im brandenburgischen Oranienburg sowie in Singen. Insgesamt sind mehr als 2.300 Mitarbeiter für Takeda in Deutschland tätig.

 


Quelle: Takeda, 08.11.2019 (tB).

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