Erste Ergebnisse zu MRT-gesteuerter Kryotherapie

Eiszeit für Tumore

 

Marburg (7. Februar 2018) – Schneller und noch präziser als zuvor ist die neue Gerätegeneration für die Behandlung von Tumoren mittels Kryotherapie am Universitätsklinikum Marburg. Das Verfahren der Vereisung von Tumoren kann für beinahe jede Körperregion angewendet werden. Erste Ergebnisse der Behandlung des fokalen Prostatakarzinoms präsentiert das Team von Prof. Dr. Andreas H. Mahnken, Direktor der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie, auf dem European Congress of Radiology (ECR) in Wien vom 28.02. bis zum 04.03.2018.

Die in den USA gängige Methode der MR-gesteuerte Kryotherapie ist seit eineinhalb Jahren auch ein Bestandteil der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten am Universitätsklinikum Marburg. In Tumorkonferenzen beraten sich Experten der jeweiligen Disziplinen zur für die Patienten am besten geeigneten Therapie. Im zertifizierten Prostatakarzinomzentrum werden bei einem Tumor der Prostata die leitliniengerechten Therapieoptionen besprochen. Dazu gehören – neben der Kryotherapie- chirurgische Eingriffe, die roboterassistierte Operationsmethode Da Vinci sowie alle Strahlentherapiemöglichkeiten, inklusive Brachytherapie (interne Strahlentherapie) und Ionenstrahltherapie.

„Die interdisziplinäre Arbeit über die medizinischen Fachgrenzen hinweg ist die wesentliche Grundlage für die bestmögliche Behandlung unserer Patientinnen und Patienten“, unterstreicht Dr. Gunther K. Weiß, Vorsitzender der Geschäftsführung. Prof. Dr. Harald Renz, Ärztlicher Geschäftsführer des Universitätsklinikums Marburg, erklärt: „Die Kryotherapie ist eine weitere Alternative für bestimmte Tumorerkrankungen wie zum Beispiel dem Prostatakarzinom und zeigt ganz eindrücklich die Innovationskraft unseres Universitätsklinikums im Sinne einer Verbesserung der Patientenversorgung in der Onkologie.“

Professor Andreas H. Mahnken berichtet auf dem ECR in Wien über seine ersten Erfahrungen mit der MR-gesteuerten Kryotherapie: „Es ist ein komplikationsarmer Eingriff. Der PSA-Wert (prostataspezifisches-Antigen) konnte im Durchschnitt um über 70 Prozent auf Normalwert reduziert werden. Das Organ wird mit seinen Funktionen erhalten und so die Lebensqualität unserer Patienten gesichert.“

Kryotherapie – auch Kryoablation genannt – mit Hilfe der MRT-Steuerung gibt es bundesweit bislang einmalig in der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am UKGM in Marburg unter der Leitung von Prof. Andreas Mahnken. „Wir sind sehr froh, dass wir unseren Patienten nun diese schonende, schmerzfreie und punktgenaue Therapie anbieten können“, so Mahnken.

 

Weitere Informationen

 


 

Quelle: Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH , 07.02.2018 (tB).

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