DGN-Kongress 2018

Wenn neurologische Erkrankungen chronisch werden –
effektive Therapiestrategien bei MS und Migräne im Fokus

 

Berlin (1. November 2018) – Neurologische Erkrankungen sind häufig mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität assoziiert – insbesondere dann, wenn sie chronisch werden. Kopfschmerzen (u.a. Migräne, Spannungskopfschmerzen) kommen häufig bei Multiple Sklerose-Patienten vor. Entsprechend ist eine gute Diagnostik inklusive effektiver Differenzialdiagnostik unter Berücksichtigung von klinischen und pathophysiologischen Gesichtspunkten entscheidend, damit eine adäquate und individuell geeignete Therapie eingeleitet werden kann, betonte Prof. Dr. Uwe Zettl (Rostock) bei einem von Teva initiierten Satellitensymposium im Rahmen des diesjährigen 91. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) während der Neurowoche 2018 in Berlin.

Die Behandlung der Multiplen Sklerose nach erfolgreich gesicherter Diagnose mit bewährten Immunmodulatoren, wie Glatirameracetat (GA, Copaxone®) oder Interferonen, haben trotz Einführung neuer Medikamente aufgrund ihres positiven Nutzen-Risiko-Profils immer noch einen festen Platz im Therapieschema der MS-Behandler. Die Therapie sollte die jeweiligen Wünsche und alle relevanten Symptome der Patienten konsequent adressieren, um die Adhärenz zu stärken. „Bei dieser komplexen Erkrankung lässt sich dauerhaft nur mit einer differenzierten und multimodalen Vorgehensweise eine optimale Behandlung sicherstellen“, berichtete Prof. Dr. Orhan Aktas (Düsseldorf). Ein Vorgehen, das auch bei der Therapie einer Migräne angestrebt wird. Wie dieses aussehen kann und welche Rolle monoklonale Antikörper in Zukunft dabei spielen können, zeigte PD Dr. Tim Jürgens (Rostock) auf.

Multiple Sklerose und Kopfschmerzen: Was eint, was trennt beide Erkrankungen, und wo stehen wir heute bei diesen neurologischen Herausforderungen? Können stechende Kopfschmerzen, die bei MS-Patienten vorkommen, als Schubereignis erfasst werden? Ist der inflammatorische Prozess bei der MS die Ursache der Kopfschmerzen bei MS-Patienten? Oder sind es zwei unterschiedlichen Erkrankungen, die nur nebeneinander existieren? Sowohl die schubförmig verlaufende MS, wie auch manche Verläufe von Kopfschmerzen, bedürfen daher einer für den jeweiligen Patienten adäquaten, effektiven und verträglichen Therapie. „Doch der Verlauf der Erkrankungen lässt sich aufgrund individueller Beschwerden und des heterogenen Krankheitsbildes oft nicht exakt vorherbestimmen“, erklärte Prof. Zettl. Daher ist ein frühes und konsequentes multimodales Behandlungskonzept entscheidend für eine erfolgreiche Therapie. Dieses schließt auch die bei beiden Entitäten auftretenden möglichen Komorbiditäten mit ein. „Eine adäquate Behandlung berücksichtigt immer auch die individuellen Umstände wie Symptome, Verträglichkeit und Adhärenz“, so der Experte. „Daher sollte neben einer Risiko-Nutzen-Bewertung auch der betroffene Patient in die Auswahl der Therapiestrategie einbezogen werden“ plädierte Prof. Aktas für die Umsetzung des „shared decision making“.

 

Bessere Adhärenz durch Anwenderfreundlichkeit und Verträglichkeit

Gerade bei der MS sind die Behandlungsmöglichkeiten vielfältig. Die Entscheidung sollte sich daher nach der auf lange Sicht bestehenden Sicherheit und Verträglichkeit richten. „Wir haben über 20 Jahre Real Life-Erfahrung mit dem Immunmodulator Glatirameracetat und den Interferonen. Darüber hinaus überzeugt GA auch dadurch, dass aufgrund vorliegender Daten die Kontraindikation „Schwangerschaft“ aus den Fachinformationen entfernt wurde, sodass bei individueller Nutzen-Risiko-Abwägung sogar eine Anwendung während einer Schwangerschaft möglich ist.1,2

 

Chronischer Migräne zielgerichtet begegnen

Für eine effektive Prophylaxe der die Lebensqualität stark beeinträchtigenden Migräneattacken können bisherige Behandlungsoptionen oft keine zufriedenstellenden Ergebnisse liefern. Neben unzureichender Wirkung führen Nebenwirkungen dazu, dass viele Patienten die Therapie vorzeitig abbrechen. Eine Prophylaxe mit monoklonalen CGRP-Antikörpern (Calcitonin Gene-Related Peptide) wird derzeit als vielversprechende Option eingeschätzt. Das Neuropeptid CGRP ist eines der wichtigsten Neurotransmitter im trigeminalen System, welches für die Wahrnehmung von Schmerzen bei Migräneattacken essentiell ist. Studien zufolge ist der CGRP-Spiegel bei Migräneattacken erhöht. „Eine Blockade der Schmerzübertragung in Migräne-relevanten Strukturen des Gehirns durch einen humanen monoklonalen Antikörper scheint daher ein vielversprechender Behandlungsansatz zu sein“, berichtete PD Dr. Jürgens. Studiendaten von Fremanezumab, Erenumab, Galcanezumab und Eptinezumab weisen eine effektive Wirksamkeit bei einem gleichzeitig guten Sicherheitsprofil auf.3 Die Präparate werden monatlich oder vierteljährlich als prophylaktische Therapie injiziert. Mit Fremanezumab konnte in den Studien sowohl bei der episodischen als auch bei der chronischen Migräne die Anzahl der Kopfschmerz- und Migränetage im Vergleich zu Placebo signifikant reduziert werden.4,5 In Bezug auf die Responderrate (definiert als Reduktion der monatlichen Migränetage um ≥ 50 % versus Baseline) zeigte sich der Antikörper sowohl bei monatlicher Gabe als auch bei der Quartalsdosis gegenüber Placebo überlegen.

 

Teva GmbH

Teva ist in Deutschland mit Markenarzneimitteln, Generika und freiverkäuflichen Medikamenten breit aufgestellt. Rund 2.700 Mitarbeiter verteilen sich auf die Standorte Ulm und Blaubeuren/Weiler. Der Deutschlandsitz ist Ulm. Mit Originalpräparaten ist das Unternehmen in den Indikationen Neurologie und Onkologie erfolgreich vertreten. Das Originalprodukt Copaxone aus der eigenen Forschung der Teva ist in Deutschland Marktführer im MS-Markt. Zu Teva Deutschland gehört mit ratiopharm die meistverwendete und bekannteste Arzneimittelmarke Deutschlands.

Teva Global

Teva Pharmaceutical Industries Ltd. ist Weltmarktführer unter den Generikaunternehmen und bietet innovative Behandlungsmöglichkeiten in den selektierten Krankheitsgebieten ZNS (zentrales Nervensystem), Schmerz und Atemwegserkrankungen. Wir entwickeln qualitativ hochwertige Generika und Medikamente in nahezu jedem Anwendungsgebiet, mit denen wir uns an unerfüllte Patientenbedürfnisse richten. Wir sind etabliert in den Bereichen Generika, Specialty, OTC und API, basierend auf einem über 100 Jahre altem Erbe, mit einer voll integrierten R&D, einer starken operativen Basis und einer globalen Infrastruktur und Maßstab. Wir sind bestrebt in einer verantwortungsbewussten, sozialen und umweltfreundlichen Art zu agieren. Mit Firmensitz in Israel, Produktionsstätten und Forschungsstandorten weltweit und 45.000 Mitarbeitern engagieren wir uns, das Leben von Millionen von Patienten zu verbessern.

 


Quellen

  1. Teva. Fachinformation Copaxone 40 mg/ml. Stand: Juli 2018.
  2. Teva. Fachinformation Copaxone 20 mg/mal. Stand: Juli 2018.
  3. Neeb L et al. CGRP als therapeutisches Ziel in der Therapie von primären Kopfschmerzen. Nervenheilkunde 2017;5:334-343
  4. Silberstein et al. N Engl J Med 2017; 377; 2113-2122.
  5. Dodick DW et al. JAMA 2018; 319: 1999-2008.

 

 


Quelle: Teva, 01.11.2018 (tB).

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