DKK 2020

Das Spektrum der „onkowissen“-Apps erweitert sich um das hepatozelluläre Karzinom (HCC)

  • Innovative Experten-App erleichtert Therapiealltag:  einfache Bedienung, praktische Tipps und aktuelle Entwicklungen

Berlin (10. März 2020) – Die „onkowissen“-Apps wurden kürzlich um die Indikation hepatozelluläres Karzinom (HCC) erweitert. Das neue Tool und seine Inhalte standen im Mittelpunkt beim diesjährigen Deutschen Krebskongress (DKK) auf einem gemeinsamen Symposium der Firmen EISAI und MSD sowie der onkowissen.de GmbH. Experten präsentierten drei Kasuistiken zu unterschiedlichen Therapieoptionen beim HCC, u.a. zur stereotaktischen Bestrahlung (SBRT), gefolgt von einer Erstlinientherapie mit Lenvatinib (LENVIMA®). Parallel zu den Vorträgen erfolgte die anschauliche Darstellung der Fälle anhand der App.

Digitale Anwendungen zur Wissensvermittlung nehmen einen immer größeren Stellenwert im Behandlungsalltag ein. Über die Plattform „onkowissen.de“ steht bereits eine Vielzahl von Apps zur Verfügung. Auf dem diesjährigen DKK wurde erstmals die neue HCC-App vorgestellt. Ihre Entwicklung konnte durch eine inhaltlich nicht beeinflussende Unterstützung der Firmen Eisai und MSD umgesetzt werden.

 

Orientierungshilfe für den klinischen Alltag

„Ziel der HCC-App ist es, die Ärzte in ihrem Behandlungsalltag zu entlasten. Sie ermöglicht einen schnellen und einfachen Zugang zu umfangreichen, praxisrelevanten, aktuellen Informationen über die Diagnose und Behandlung des HCC. Auf diese Weise soll die App eine Hilfestellung bei der immer komplexer werdenden Therapie bieten“, betonte Dr. Friedrich Overkamp, der wissenschaftliche Geschäftsführer der onkowissen.de GmbH. „Wir freuen uns sehr, dass wir durch das gemeinsame Sponsoring der Firmen EISAI und MSD die Entwicklung dieser wichtigen App ermöglichen konnten. Auch für uns Sponsoren ist der Launch dieser App auf dem Deutschen Krebskongress ein wichtiger Meilenstein, der es den Behandlern einfacher machen wird, Diagnostik und Behandlung optimal zu gestalten“, so Dr. Patrik Höller, Business Unit Director Oncology, EISAI GmbH.

Die Therapielandschaft beim HCC hat sich besonders in den letzten Jahren deutlich gewandelt und wurde durch die Markteinführung von Lenvatinib (Lenvima®) für die Erstlinie 2018 und weiteren Wirkstoffen für die Zweitlinie, um einige Therapiemöglichkeiten bereichert. Nachdem 10 Jahre Sorafenib die einzige zugelassene Erstlinientherapie beim fortgeschrittenen inoperablen HCC war, erhielt Lenvatinib basierend auf den Ergebnissen der REFLECT-Studie die Zulassung als Monotherapie für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem oder inoperablem HCC, die zuvor noch keine systemische Therapie erhalten haben [1, 2]. Bei der Zweitlinienbehandlung erweiterte sich das Therapiespektrum seit 2017 um Regorafenib, Cabozantinib und Ramucirumab [3].

Aktuell zugelassene sowie noch in der Entwicklung befindliche Wirkstoffe wurden in der neuen onkowissen-App berücksichtigt. Durch eine anschauliche Darstellung von Therapiepfaden, konkrete und praktische Maßnahmenvorschläge sowie eine einfache Bedienbarkeit soll die App Therapieentscheidungen erleichtern. Die Inhalte wurden von einem 12-köpfigen interdisziplinären Expertenpanel aus den Bereichen onkologische Gastroenterologie und Hepatologie basierend auf relevanten aktuellen Publikationen, Leitlinien, Fachinformationen sowie klinischen Erfahrungen der Experten erarbeitet.

 

Schneller Überblick durch klare inhaltliche Struktur

Im Startmenü der App werden neben den Grundlagen die Bereiche Prävention/ Früherkennung und Diagnostik abgedeckt. Im Kapitel Therapie sorgt ein Schaubild über alle verfügbaren Optionen für einen schnellen Überblick. Im Detail finden sich hier Informationen zu chirurgischen Therapien, lokalen bzw. lokoregionären Optionen inkl. Bestrahlung sowie Bridging/Downstaging und adjuvanten Konzepten.

Im Bereich Systemtherapie werden die Therapieoptionen für die Erst– und Zweitlinienbehandlung sowie mögliche Sequenzen dargestellt. Hier finden sich ebenfalls Informationen zu den einzelnen Wirkstoffen sowie ihren Anwendungsgebieten, Wirkmechanismen und jeweiligen Wirksamkeitsdaten. Das Kapitel Substanzen stellt Dosierung, Art der Anwendung, Nebenwirkungsprofil und Wechselwirkungen mit anderen Substanzen dar. Zudem sind die Fachinformationen zur schnellen Recherche anwenderorientiert verlinkt.

Darüber hinaus spielt das Therapiemanagement eine entscheidende Rolle. Daher widmet sich die App diesem Bereich durch eine Unterteilung der Nebenwirkungen nach Substanzen sowie Informationen zum Nebenwirkungsmanagement einschließlich Prophylaxe und Expertentipps. Zudem bieten schematische und tabellarische Darstellungen einen Überblick, welche unerwünschten Wirkungen eine Dosisanpassung erfordern.

Ergänzt wird das Angebot durch Informationen zu aktuellen Entwicklungen, z.B. nach nationalen und internationalen Kongressen sowie durch einen Tool- & Service-Bereich.

 

Derzeitige Herausforderungen in der Therapie des HCC

Im Rahmen der Vorstellung der App präsentierte Prof. Dr. Peter R. Galle, Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz, eine Kasuistik zur systemischen Behandlung des HCC mit ausgedehnter Pfortaderthrombose (PVT). Der vorgestellte Fall verdeutlichte die Sicherheit und effiziente Tumorkontrolle der Kombination aus SBRT und anschließender Systemtherapie mit Lenvatinib. Die Behandlungen führten zu einer Verkleinerung des Tumors sowie einem deutlichen Absinken des vor Therapie sehr hohen Alpha-Fetoprotein-Wertes. Nach einem intrahepatischen Progress und wieder steigenden AFP-Werten wurde Ramucirumab*  in der Zweitlinie eingesetzt. Dennoch kam es zur progredienten Leberfunktionsverschlechterung. Der Patient erreichte unter Lenvima® Therapie insgesamt ein progressionsfreies Überleben von 10 Monaten und ein Gesamtüberleben von 16 Monaten. Darüber hinaus wies Prof. Galle auf ein effizientes Nebenwirkungsmanagement hin, welches essentiell für die Therapieadhärenz und für die Lebensqualität ist. So können unter einer Lenvatinib-Therapie bspw. eine arterielle Hypertonie und eine Diarrhoe auftreten bzw. sich verschlechtern, die sich durch entsprechende Maßnahmen wie Anpassen der antihypertensiven Therapie, Einsatz von Medikamenten gegen den Durchfall sowie ggfs. Dosismodifikationen von Lenvima® behandeln lassen.

Prof. Dr. Arndt Vogel, leitender Oberarzt in der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover, berichtete von einem Fall, bei dem ein Immuntherapeutikum†  nach Versagen von TACE und Sorafenib bei einem 69-jährigen HCC-Patienten eingesetzt wurde und zu einer vollständigen Remission des Tumors führte. Prof. Dr. Ali Canbay, Direktor der Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum, beendete das Symposium mit dem Fall eines 62-jährigen Patienten mit einem HCC im Stadium BCLC (Barcelona clinic liver cancer) A sowie einer chronischen HBV-Infektion. Der Betroffene hatte Lenvatinib nach laparoskopischer Leberteilresektion und Entfernung einer Metastase in der Bauchwand bei Auftreten neuer Läsionen als Erstlinientherapie erhalten. Die Therapie führte zu einem deutlichen Rückgang des multifokalen HCC.

 

Download der HCC-App

Die App ist kostenlos über die App-Stores oder als klassische Website über die Homepage www.onkowissen.de verfügbar. Als Zugang dient eine DocCheck- oder eine onkowissen.de-Registrierung. Die App ist sowohl für eine Anwendung auf dem Smartphone als auch auf einem Desktop-Rechner konzipiert und ermöglicht damit eine flexible Anpassung an den Behandlungsalltag.

 

Anmerkungen

*Zum Zeitpunkt der Behandlung nicht zur Behandlung des HCC zugelassen.

† Das Immuntherapeutikum ist derzeit nicht zur Behandlung des HCC zugelassen.

 

Referenzen

[1] Kudo, M., et al., Lenvatinib versus sorafenib in first-line treatment of patients with unresectable hepatocellular carcinoma: a randomised phase 3 non-inferiority trial. The Lancet, 2018. 391(10126): p. 1163-1173.

[2] Eisai, Fachinformation: Lenvima. Stand: Oktober 2019.

[3] Vogel, A., et al., Hepatocellular carcinoma: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Ann Oncol, 2018. 29(Suppl 4): p. iv238-iv255. eUpdate 2020.

 

 


Quelle: Symposium „Hepatozelluläres Karzinom 2.0.2.0“ anlässlich des Deutschen Krebskongresses, 20. Februar 2020, Berlin (Veranstalter: onkowissen.de, EISAI & MSD)(tB).

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